Baudenkmäler                               

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Die Dynastie der Habsburger stellte für Jahrhunderte die deutschen Kaiser. Der universale Anspruch des Kaisertums musste von den bildenden Künsten monumental zur Darstellung gebracht werden. Er sollte anschaulich werden. Schon in der Renaissance entstanden prachtvolle Bauten und Kunstwerke. Für Maximilian und Karl V. entwarfen Gelehrte imperiale Ikonologien und Programme, die von bedeutenden Künstlern ins Medium des Bildes umgesetzt wurden. Unter den Bauten der spanischen Habsburger wiederum ragt der Escorial Philipps II. als kolossale Kloster- und Palastanlage der Spätrenaissance heraus. 

Nach politischen und konfessionellen Konflikten wie dem Dreißigjährigen Krieg erstarkte das Selbstbewusstsein der Dynastie, die sich um 1700 auf dem Höhepunkt ihrer Macht sah. Man suchte nach adäquaten Ausdrucksmitteln. Der kaiserliche Architekt Fischer von Erlach schlug ein Konzept des imperialen Bauens in der Tradition historischer Exempel der Weltarchitekturgeschichte vor. In seinem „Entwurff einer historischen Architektur“ wurden bedeutende Vorbilder als Quellen einer Staatsideologie instrumentalisiert. Die nun folgenden monumentalen Baukampagnen der Habsburger wurden auch als Propagandamittel gegen die Osmanen und das Frankreich der Bourbonen verstanden. Der Wiener Hof sah sich als "Neues Rom" und brachte dies vermittels einer neuen monumentalen Architektursprache zum Ausdruck. Die Habsburger Ideologie und ihre Kunstpropaganda wurden von Zeitgenossen auch als Antwort auf die französische Dominanz gefeiert.

Und so entstanden imperiale repräsentative Architekturen aus der Glanzzeit der Habsburger, die Kunstkenner und -liebhaber aus der ganzen Welt zurecht magisch anziehen, denn eine solch kunstvolle Pracht sucht tatsächlich ihresgleichen. Diese begeisternden Anlagen prunken mit erlesener Baukunst, dynamischer Skulptur und hinreißenden Fresken. Die österreichische Dynastie führte diese monumentale Tradition im 19. Jahrhundert fort bis zum Untergang des Kaiserreichs am Ende des Ersten Weltkriegs.

Zu diesem zentralen Thema der österreichischen Kunstgeschichte werden mehrere Veranstaltungen angeboten, in denen die Schlüsselbauten der Habsburger analysiert und diskutiert werden. Vorgestellt werden Residenzen (Hofburg, Schönbrunn, Hofburg Innsbruck), der Escorial und die Kaiserklöster an der Donau (St. Florian, Stift Melk, Klosterneuburg), Kirchen und Grabmäler (Karlskirche, Votivkirche, Kaisergruft, Hofkirche Innsbruck, etc.), die Jagdschlösser (Laxenburg, Schloss Hof, Bad Ischl, etc.) und die nicht minder beeindruckenden Zweckbauten der Habsburger (Museum, Verwaltungsgebäude, Häfen, etc.). Zusätzlich werden attraktive Exkursionen nach Bad Ischl und zweitägig zu den Kaiserklöstern durchgeführt.


Kaiserklöster

4E, Fr. 20.09.2019, 14.00 - 18.00, Salzburger Bildungswerk, Dr. Stefan Schmitt M.A.


Kirchen und Grabmäler

4E, Sa. 12.10.2019, 09.00 - 13.00, Salzburger Bildungswerk, 

Prof. Mag. Karl Hartwig Kaltner


Jagdschlösser

4E, Fr. 18.10.2019, 14.00 - 18.00, Salzburger Bildungswerk,

Prof. Mag. Karl Hartwig Kaltner


Exkursion Bad Ischl

6E, Sa. 26.10.2019, 10.00 - 17.00, Bad Ischl, Prof. Mag. Karl Hartwig Kaltner


Residenzen

4E, Sa. 23.11.2019, 09.00 - 13.00, Salzburger Bildungswerk, Dr. Stefan Schmitt M.A.


Zweckbauten

4E, Sa. 30.11.2019, 09.00 - 13.00Salzburger Bildungswerk,

Prof. Mag. Karl Hartwig Kaltner


Bei diesem Seminar ist es nach Anmeldung auch möglich Einzelveranstaltungen zu buchen.

Preise Einzelveranstaltungen: 4E € 25.-/ 6E € 32.-  Nicht enthalten: Eintritt Kaiservilla

Maximale Teilnehmeranzahl bei allen Exkursionen mit drahtloser Personenführungsanlage 30 Personen.

* Änderungen vorbehalten


www.bda.at


© Andreas Deusch 2019