Nur im Wintersemester
Das Wien der beginnenden Moderne – Otto Wagners Wienzeilenbauten, die Secession mit Klimts Beethovenfries und die Schau „Wien 1900. Aufbruch in die Moderne“ im Leopold Museum
Ein Tag in Wien ganz im Zeichen moderner künstlerischer Tendenzen um 1900, in einer damals boomenden Stadt voller bürgerlicher Konventionen und revolutionärer Ausbruchsversuche. Otto Wagner gehört einer Generation an, die ihre ersten großen Erfolge im Historismus gefeiert hat; nun geht er aber neue Wege in seiner Architektursprache. Seine Bauten an der Wienzeile, die wir als erstes besichtigen werden (nur Außenbesichtigung möglich), bewerben variantenreich die neue Sprache des Jugendstils. Daneben die Stadtbahnstation „Kettenbrückengasse“ – Ausdruck der Verbindung von Funktionalität und Repräsentation in Wagners Schaffen. Nach einem kurzen Spaziergang kommen wir zum Gebäude der Secession, dem wohl bekanntesten Bau des Wagnerschülers Joseph Maria Olbrich. Hier lassen sich Architektur, Ornamentik und symbolische Details als Manifest der neuen künstlerischen Bewegung deuten. Bei der Besichtigung der Beethovenfrieses im Inneren des Secessionsgebäudes tauchen wir ein in die Klimt´sche Welt, in der Kunst und Religion genauso wie Malerei und Kunsthandwerk ineinander aufgehen. Nach der Mittagspause steht am Nachmittag der ausführliche Besuch der Schau „Wien 1900. Aufbruch in die Moderne“ im Leopold Museum auf dem Programm. Die Präsentation über zwei Stockwerke lässt eintauchen in die gesellschaftlichen und künstlerischen Entwicklungen der Generationen vor und am Beginn der Wiener Moderne. Themenbereiche wie Hans Makart und der Historismus, Wien als Ort des Tanzes und der Unterhaltung, Klimt in Wien und am Attersee, Josef Hoffmann, Kolo Moser und die Wiener Werkstätte, Otto Wagner und Adolf Loos als Inbegriff moderner Architekturauffassung spannen den erklärenden Bogen für das, was kurz nach 1900 in der Strömung des Expressionismus kulminiert. Rudolf Leopolds umfassende Sammlung an Werken von Richard Gerstl, Oskar Kokoschka und Egon Schiele zeigen, welch Kraft und Innovation, welch existentielle Selbst- und Naturwahrnehmung im Wien der ausgehenden Monarchie anzutreffen waren - zumindest für jene, die sich dem Neuartigen offen gegenüber erwiesen.

Französische Malerei in Bayern: Sonderausstellung „Liaisons françaises“ und ständige Sammlung der Alten Pinakothek
Frankreich war stets eine wichtige Bezugsgröße in der bayerischen Geschichte, Politik und Kultur. Davon zeugt auch die Gemäldesammlung der Alten Pinakothek mit zahlreichen Werken der französischen Malerei, welche im Auftrag der Wittelsbacher entstanden. Auf Grundlage neuester Forschungen wird ein neuer Blick auf diesen besonderen Sammlungsbestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen geworfen. Die Erwerbungs- bzw. Auftragsgeschichten ausgewählter Werke bilden den roten Faden. Zugleich eröffnen sich, ergänzt durch ausgesuchte Leihgaben, Einblicke in Stationen der französischen Malereigeschichte – und in das Leben der sehr mobilen und europaweit tätigen Künstler. Nach dem Besuch dieser Sonderausstellung und der Mittagspause werden die faszinierenden französischen Werke in der ständigen Ausstellung der Alten Pinakothek gewürdigt.

Wiener Moderne: Die Neuaufstellung der MAK Schausammlung 1900 und die VILLA BEER
Gemeinsam entdecken wir die Ideenwelt der österreichischen Moderne zwischen Aufbruch, Gestaltung und gesellschaftlichem Wandel. Ausgangspunkt ist das neue Ausstellungskonzept des MAK – Museum für angewandte Kunst, das der Künstler Markus Schinwald gemeinsam mit den Sammlungsleiter*innen entwickelt hat. Im Fokus steht nicht mehr eine lineare Kunstgeschichte, sondern die Ideen- und Entwurfsgeschichte der Zeit zwischen der Erste Secessionsausstellung 1898 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Anschließend besuchen wir die Villa Beer, ein Schlüsselwerk der österreichischen Moderne. Die Architekten Josef Frankund Oskar Wlach entwickelten hier zwischen 1929 und 1930 ein Gesamtkonzept aus Architektur, Einrichtung und Gartengestaltung, in dem Raum und Bewegung zu einer neuen Wohnidee verschmelzen.
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