Spezial


Pilzwanderung am Högl

Pilze bilden neben den Tieren (Fauna) und den Pflanzen (Flora) ein eigenes Reich – die Funga. Sie besiedeln alle Lebensräume – Wüsten und Moore, Wälder, Meeresküsten, alpine Zwergstrauchheiden und Städte. Ihre Anzahl ist unübersehbar, zumal unentwegt neue Arten beschrieben werden. Allein zwischen Inn und Salzach stellte die „Arbeitsgemeinschaft Mykologie Inn/Salzach“ über 4.100 Arten fest. Ohne Pilze läuft nichts: Der Käse braucht seinen Schimmelpilz, das Bier die Hefe, der Kranke das Penicillin. Kein Wald gedeiht ohne die ebenso komplizierte wie faszinierende Mykorrhiza, jenes enge Zusammenspiel von Baumwurzeln und pilzlichen Symbiosepartnern, und längst wären wir erstickt unter der Masse organischer Abfälle, würde diese nicht unablässig von Pilzen in ihre Bestandteile zerlegt und zu Humus umgewandelt – Recycling pur! Im Spätsommer und Herbst sind es vor allem essbare Pilze, die uns faszinieren – und giftige, vor denen wir uns fürchten. Wie man sie sammelt, bestimmt und voneinander unterscheidet, erklärt der Mykologe und Buchautor Till R. Lohmeyer auf einer Wanderung am Högl. Selbstgesammelte Pilze können zur Bestimmung mitgebracht werden.




Schätze der Wittelsbacher in der Residenz und im Bayerischen Nationalmuseum

Unzählige bayerische Herzöge, Kurfürsten und Könige bewohnten über vier Jahrhunderte die Münchner Residenz. Sie waren es, die aus einer einfachen spätmittelalterlichen Wasserburg den „schönsten, heitersten und weitläufigsten Palast der ganzen Welt“ machten. Der gleiche begeisterte Besucher bemerkte 1673, der Palast sei „eher eine ganze Stadt als ein einziges Gebäude“. Und so erscheint es noch heute! Die geradezu labyrinthische Residenz mit ihren üppigen Festsälen, weitläufigen Wohnappartements und prächtig dekorierten Kapellen ist steingewordenes Zeugnis einer der ältesten europäischen Fürstendynastien, der Wittelsbacher. Mobiliar und Gemälde, Bildteppiche, Skulpturen, religiöse Devotionalien und ganz besonders die Schatzkammer mit ihren einzigartigen Zeugnissen fürstlicher Sammellust und tiefempfundener Religiosität geben in seltener Anschaulichkeit einen Eindruck von der historischen und künstlerischen Bedeutung der Münchner Residenz und ihrer Bewohner. Neben einer angemessenen Residenz war seit dem 16. Jahrhundert eine „Kunstkammer“ ein unverzichtbares Requisit fürstlicher Repräsentation. Hier konnte man dem staunenden Gast seine Sammlung von Kunstwerken und Kuriositäten zeigen und damit Status und Bildung verdeutlichen. Mit dem Erwerb einer Antikensammlung und einer Münzkollektion setzt unter Herzog Albrecht V. (1528-79) die Entstehung der Wittelsbachischen Kunstkammer ein. Seine Nachkommen tragen mit ihren Erwerbungen von edelstein- und elfenbeinbedeckten Prunkmöbeln, Gold- und Silberschmiedearbeiten, Bronzeskulpturen und anderen Extravaganzen zum Ausbau der Sammlung bei. Vormittags besuch der Residenz mit Grottensaal, Antiquarium, „Reiche Zimmer“ und Schatzkammer, nachmittags Besuch des Bayerisches Nationalmuseum mit Beständen der Wittelsbachischen Kunstkammer.




Schatzkammer und Hofjagd- und Rüstkammer

Die Wiener Hofjagd- und Rüstkammer ist die bedeutendste höfische Rüstkammer der abendländischen Welt. Beeindruckende handwerkliche Meisterleistungen erzählen von herrschaftlicher Erziehung, Festkultur, Allianzen, Konkurrenzen und der Faszination des Fremden. In der Schatzkammer erwarten uns das Horn eines Einhorns, Edelsteine und die einzigartige Heilige Lanze. Objekte erzählen vom mittelalterlichen Reliquienkult und von den Traditionen des Ordens vom goldenen Vlies. Wir sehen die Kronen des Heiligen Römischen Reiches und des Kaiserreichs Österreich – nicht nur kunstvolle Meisterwerke, sondern auch wichtige Insignien der Macht.


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© Andreas Deusch 2022