Die Sehnsucht der niederländischen Renaissancemaler nach Rom.
Im 15. und 16. Jahrhundert lässt sich eine gesteigerte Reisetätigkeit von niederländischen Künstlern nach Rom aufzeigen. Die Motivationen mögen unterschiedlich gelagert gewesen sein – aus persönlicher Glaubensüberzeugung als Pilger, als Hofmaler im Gefolge seines Herren oder aus Interesse an den Bauten und Kunstschätzen der Ewigen Stadt. Die Kenntnis der antiken Architektur und Kunst wird im Zusammenhang der Entwicklung der Renaissance selbstredend immer bedeutsamer, geschätzter und fast schon gefordert. Rom nach anstrengender Anreise endlich zu sehen, zu studieren, zeichnerisch zu dokumentieren, lieferte niederländischen Malern wie Jan Gossaert oder Maerten van Heemskerck aber auch die Möglichkeit, die moderne Kunst der Stadt wahrzunehmen, aus alledem Anregungen für das eigene Schaffen zu schöpfen und mit einem gewissen Renommee in die Heimat zurückzukehren. Manch ein niederländischer Künstler mag auf seiner Reise auch durch das heutige Österreich gekommen sein, bei Jan van Scorel, wie Mag. Manuel Kreiner in seinem Vortrag zeigen wird, ist ein solcher Aufenthalt in Salzburg und Kärnten nachweisbar, der Obervellacher Altar gibt dafür Zeugnis. Und nicht zuletzt waren es Künstler der Niederlande wie Pieter Bruegel der Ältere, die dieser Mode der Italienreisen frönten und in deren Werken sich so manches ohne die Kenntnis Rom nicht erklären ließe.
Die Sehnsucht der niederländischen Renaissancemaler nach Rom.
2E, Mi. 11.11.2026, 18.30 - 20.30, online: https://us02web.zoom.us/j/82765206456

Giuseppe Arcimboldo zum 500. Geburtstag – sein Leben, sein Werk
Wie kaum ein anderer Künstler steht Giuseppe Arcimboldo, dessen 500. Geburtstag wir heuer begehen, für die aufregende Epoche des Manierismus. Im 16. Jahrhundert verlassen Künstler:innen die mittlerweile gewohnten Wege der Renaissance, finden Zuspitzungen und lustvolle Abwandlungen in der Farbwahl, in den Körperidealen und wie Arcimboldo in innovativen und fantasievollen Lösungen bekannter Themen. Köpfe zusammengesetzt aus Obst und Gemüse oder aus Tieren aller Art – diese Kompositköpfe verkörpern u.a. die Jahreszeiten, die Elemente und das Antlitz eines Universalherrschers wie Kaiser Rudolph II. und sind damit wohl die bekanntesten Lösungen des Meisters. Darüber hinaus war Giuseppe Arcimboldo aber in allen Phasen und an allen Orten seiner künstlerischen Tätigkeit ein kreativer Tausendsassa, so z.B. als Festdekorateur oder Entwerfer für Tapisserien. Mag. Manuel Kreiner wird in seinem Vortrag anhand der Lebensstationen Arcimboldos (Mailand – Wien – Prag – Mailand) bekannte und weniger bekannte Werke seines Oeuvres vorstellen und kontextualisieren, wobei dabei auch die Frage nach seinem Ruhm zu Lebzeiten und seinem Nachruhm eine Rolle spielen wird.
Giuseppe Arcimboldo zum 500. Geburtstag – sein Leben, sein Werk
2E, Mi. 18.11.2026, 18.30 - 20.30, online: https://us02web.zoom.us/j/88071098386

Maria, Martha und Lazarus - von Sünde, Liebe und Errettung. Drei biblische Geschwister in der Kunst.
Maria und Martha, ein Schwesternpaar im nahen Umfeld Jesu, beides starke Persönlichkeiten, die Jesus aufnahmen, auf seine Worte hörten, sich im Dialog mit ihm als Glaubende erwiesen und es wagten, Jesus mit den Tod ihres Bruders, seines Freundes Lazarus, zu konfrontieren. In der Tradition der Theologie werden die beiden Schwestern als Vorbilder christlicher Lebenshaltung betrachtet, nämlich als die Prinzipen der vita activa und der vita contemplativa, also der untrennbaren Pole von Innenhalten und Handeln, Ruhe im Gebet und gelebter Nächstenliebe. Auch in der Kunstgeschichte spielen die Szenen rund um die drei Geschwister aus Bethanien eine große Rolle. Mag. Manuel Kreiner wird in seinem Vortrag den Darstellungstraditionen und der künstlerischen Verarbeitung theologischer Aussagen zu Maria, Martha und Lazarus nachgehen. Dabei wird er auch thematisieren, wie die Figur der Maria aus Bethanien im Laufe der Geschichte mit Maria Magdalena und der namenlosen Sünderin, die nach dem Lukasevangelium Jesus die Füße wusch, verschmolz. Aus dieser Überblendung zentraler Frauenfiguren der Evangelien ergaben sich neue Bildtraditionen, die mit Blick auf die textlichen Grundlagen theologische Akzentverschiebungen verdeutlichen.
Maria, Martha und Lazarus - von Sünde, Liebe und Errettung. Drei biblische Geschwister in der Kunst.
2E, Mi. 25.11.2026, 18.30 - 20.30, online: https://us02web.zoom.us/j/85839643175

Himmlisches Jerusalem – Kult und Kunst in der Zeit der Gotik
Das 12. und 13. Jahrhundert ist eine Zeit des geistigen, wirtschaftlichen und technischen Aufbruchs. In dieser Zeit sind die monumentalen Kirchenbauten mit ihrer steinernen Größe, ihren von Türmen gesicherten Eingangsfassaden und reichen farbigen Ausstattung ein Zeichen der Sicherheit und des Schutzes. Sie verkünden die Macht des Ewigen, sie sind Gottesstadt: ihr Fundament ist Christus, die Säulen sind die Apostel und Propheten, die Steine sind die lebendigen Steine, die Gemeinschaft der Gläubigen. In den Hymnen zur Kirchweihe wird die Kirche als irdisches Abbild des Himmlischen Jerusalem gefeiert. Die gotische Kathedrale ist Stein gewordenen Philosophie und Theologie. Dieser Online-Kurs beleuchtet die Geisteswelt, die organisatorischen wie technischen Voraussetzungen sowie die spezifischen künstlerischen Ausdrucksformen der gotischen Kathedrale.
Einführung in die Geisteswelt der gotischen Kathedrale – Lichtmetaphysik und steinerne Scholastik
2E, Mi. 27.01.2027, 18.30 - 20.30, online: https://us02web.zoom.us/j/84185584670
Eine Kathedrale entsteht – Bauorganisation und Ausführung
2E, Do. 28.01.2027, 18.30 - 20.30, online: https://us02web.zoom.us/j/89858416132
Die Figurenwelt der Kathedralen – Skulptur und Farbigkeit
2E, Mi. 03.02.2027, 18.30 - 20.30, online: https://us02web.zoom.us/j/81772465477
Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!
Darüber hinaus sind alle Veranstaltungen Zeitspuren Abendkurs auch online verfügbar.