Spezial

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Exkursion: „Auf den Spuren der befestigten Stadt Salzburg“

Stadtmauern schützten über Jahrhunderte die Bewohner*innen von Salzburg. Besonders im 30-jährigen Krieg wurde der Mauerring erweitert, die Stadtberge skarpiert und sternförmige Wälle und Sperrringe errichtet. Von diesen Anlagen ist nur mehr wenig erhalten, denn im 19. Jahrhundert wurden diese Befestigungen zur Verteidigung nicht mehr gebraucht und als Einengung der Stadt empfunden. In vielen Städten Europas baute man die Bastionen zurück, schüttete die Gräben zu und riss Tore ab, so auch in Salzburg.

Wir beginnen unsere Erkundungstour vor dem Kapuzinerkloster - als Teil der Befestigungsanlage – und verschaffen uns einen Überblick über den Verlauf der drei Stadtmauern. Im Anschluss wandern wir über die Imbergstiege zum Mirabellgarten, wo noch Reste der Bastionsanlage erhalten sind. Über den Müllnersteg geht es zum Klausentor und in die linke Altstadt, die auch noch Reste der beiden ersten Stadtmauern verbirgt bis zum Michaelator nach Nonntal.




Schätze der Wittelsbacher in der Residenz und im Bayerischen Nationalmuseum

Unzählige bayerische Herzöge, Kurfürsten und Könige bewohnten über vier Jahrhunderte die Münchner Residenz. Sie waren es, die aus einer einfachen spätmittelalterlichen Wasserburg den „schönsten, heitersten und weitläufigsten Palast der ganzen Welt“ machten. Der gleiche begeisterte Besucher bemerkte 1673, der Palast sei „eher eine ganze Stadt als ein einziges Gebäude“. Und so erscheint es noch heute! Die geradezu labyrinthische Residenz mit ihren üppigen Festsälen, weitläufigen Wohnappartements und prächtig dekorierten Kapellen ist steingewordenes Zeugnis einer der ältesten europäischen Fürstendynastien, der Wittelsbacher. Mobiliar und Gemälde, Bildteppiche, Skulpturen, religiöse Devotionalien und ganz besonders die Schatzkammer mit ihren einzigartigen Zeugnissen fürstlicher Sammellust und tiefempfundener Religiosität geben in seltener Anschaulichkeit einen Eindruck von der historischen und künstlerischen Bedeutung der Münchner Residenz und ihrer Bewohner. Neben einer angemessenen Residenz war seit dem 16. Jahrhundert eine „Kunstkammer“ ein unverzichtbares Requisit fürstlicher Repräsentation. Hier konnte man dem staunenden Gast seine Sammlung von Kunstwerken und Kuriositäten zeigen und damit Status und Bildung verdeutlichen. Mit dem Erwerb einer Antikensammlung und einer Münzkollektion setzt unter Herzog Albrecht V. (1528-79) die Entstehung der Wittelsbachischen Kunstkammer ein. Seine Nachkommen tragen mit ihren Erwerbungen von edelstein- und elfenbeinbedeckten Prunkmöbeln, Gold- und Silberschmiedearbeiten, Bronzeskulpturen und anderen Extravaganzen zum Ausbau der Sammlung bei. Vormittags besuch der Residenz mit Grottensaal, Antiquarium, „Reiche Zimmer“ und Schatzkammer, nachmittags Besuch des Bayerisches Nationalmuseum mit Beständen der Wittelsbachischen Kunstkammer.














Geheimnisvolles Moor – Schönramer Filz einmal anders

Vor 10.000 Jahren, am Ende der Würm-Eiszeit, war das Voralpenland zum großen Teil mit Wasser bedeckt. Mit der allmählichen Erwärmung des Klimas entwickelten sich in den flacheren Bereichen erste Sümpfe und Moore.

Auf unserer Wanderung beschäftigen wir uns mit folgenden Themen:Wie entsteht ein Moor und wie „wächst“ es? Wo lebt der Sonnentau und warum „frisst er Fleisch“? Was ist Torf und wird er heute noch abgebaut? Welche Bedeutung kommt den Mooren beim Schutz unseres Klimas zu? Was geschah im Schönramer Filz während des Zweiten Weltkriegs? Mit Becherglas und Lupe erkunden wir an diesem Nachmittag die Pflanzen- und Tierwelt. Heilkräuter und Pilze werden von der Biologin Dr. Ute Künkele, die ihre Doktorarbeit über den Schönramer Filz geschrieben hat, natürlich auch gezeigt.

Die Führung findet bei fast jedem Wetter statt, festes Schuhwerk wird empfohlen. Auch Ferngläser können nützlich sein.











Die mitteleuropäische Küche im Barock

Barocke Tafelfreuden sind heute noch der Innbegriff von Üppigkeit, Genuss und gehobener Lebensart. Die scheinbar grenzenlose Verfügbarkeit von Nahrung, das exzessive Zurschaustellen materieller Überlegenheit und die damit verbundene gesellschaftliche Stellung sind heute noch ein Synonym barocker Lebensart und beinhalten nach wie vor ein gesellschaftspolitisches Statement.        Die Pracht der barocken Tafel verschweigt allerdings, welche Arbeitsabläufe, welche Infrastruktur notwendig war, um diese Ansprüche aufrecht zu erhalten. So beschäftigt sich die Veranstaltung einerseits mit den barocken Tafelfreuden, andererseits wird auf die Arbeitsabläufe verwiesen, welche hinter der glänzenden Fassade notwendig waren. Regionale Eigenheiten z.B. der Wiener Küche werden hier ebenso besprochen wie die bürgerliche Variante eines spätbarocken Kochbuches aus dem Salzkammergut – dem „Kochbuch der Wolfin“ aus dem Besitz des Vortragenden.

Beim zweiten Termin, einer Exkursion in die Residenzgalerie werden anhand einiger ausgewählter Bilder diese Details herausgearbeitet und erläutert. Es geht dabei nicht nur um die Darstellung, vielmehr werden auch die Symbole und ihre zeitbezogenen Hintergründe beleuchtet. Welche Rolle spielt der Knoblauch oder etwa die Auster im Bild? Oder haben sie schon einmal daran gedacht, was Schinken und Wein am Tisch eines spanischen Barockmalers bedeuten? Die synästhetische Komponente barocker Weltanschauungen, das Gesamtkunstwerk des Lebens aus der Sicht des barocken Universalmenschen sollen so nähergebracht werden.


Kulturgeschichte der barocken Kochkunst

3E, Fr. 08.01.2021, 15.00 - 18.00, Salzburger Bildungswerk


Exkursion: Kulturgeschichte der barocken Kochkunst

3E, Fr. 15.01.2021, 14.00 - 17.00, Residenzgalerie Salzburg


* Änderungen vorbehalten


© Andreas Deusch 2020