Spezial

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Sonderveranstaltung:
Pilze – die heimlichen Herrscher des Waldes

Pilzwanderung mit Einführung in die Farben- und Formenvielfalt, ihre Bedeutung im Ökosystem und die nicht unbedeutende Frage: Essbar oder giftig …?

Pilze bilden neben den Tieren (Fauna) und den Pflanzen (Flora) ein eigenes Reich – die Funga. Sie besiedeln alle Lebensräume – Wüsten und Moore, Wälder, Meeresküsten, alpine Zwergstrauchheiden und Städte. Ihre Anzahl ist unübersehbar, zumal unentwegt neue Arten beschrieben werden. Allein zwischen Inn und Salzach stellte die „Arbeitsgemeinschaft Mykologie Inn/Salzach“ über 4.100 Arten fest.               Als Partner (Symbiosepartner) höherer Pflanzen und als Saprobionten (Aufzehrer und Umwandler toter organischer Materie) erfüllen sie wichtige Aufgaben im Ökosystem, das ohne ihr Mitwirken nicht lebensfähig wäre. In der Praxis des Pilzsammlers lassen sich die Pilze nach sichtbaren Kennzeichen, die nicht unbedingt den biologischen Verwandtschaftsverhältnissen entsprechen, in verschiedene Gruppen einteilen. Die folgende Übersicht ermöglicht eine erste Einstufung nach morphologischen Merkmalen:

I. Pilz mit Röhren („Futter“, „Schwamm“) auf der Hutunterseite und feinen rundlichen oder eckigen Röhrenmündungen (Poren) - Röhrlinge und einige Porlinge                                                                                                                                                                            

II. Pilz mit strahlig angeordneten Blättchen (Lamellen) auf der Hutunterseite, Fruchtkörper gestielt oder ungestielt  Lamellenpilze             

III. Hutunterseite mit weichen oder korkig-zähen Stacheln - Stoppelpilze und Stachelinge im weiteren Sinn                                              

IV. Pilz mit oder ohne Stiel, zumindest im Jugendstadium kugelig, birnenförmig, sternförmig - Bauchpilze                                                  

V. Pilz keulenförmig, gefingert, strauchartig verzweigt oder korallenartig verästelt - Keulen- und Korallenpilze, Klebriger Hörnling                     (= Gallertpilz, s. u.)                                                                                                                                                                          

VI. Pilz konsolen- oder hutförmig, nur selten gestielt, Unterseite mit Poren; einjährig oder mehrjährig, meist saprob oder parasitisch an Holz -  Porlinge                                                                                                                                                                                       

VII. Pilz flach hautartig oder krustenförmig (ohne Hut, resupinat) auf Holz, mit glatter, poriger oder stacheliger Oberfläche - Rindenpilze (ohne Poren), resupinate Porlinge (mit Poren)                                                                                                                                  

VIII. Pilz schalen-, becher-, krug- oder ohrförmig, ohne oder mit kurzem Stiel - Becherlinge im weiteren Sinn, einige napfförmige Bauchpilze

IX. Pilz mit gehirnartig wulstig-gewundenem, sattelförmigem oder wabenartig gekammertem Hut: Morcheln und Lorcheln                         

X. Pilz mit gelatinöser oder „gummibärchenartiger“ Konsistenz, meist gekröseartig auf feuchtem Holz - Gallertpilze




Die mitteleuropäische Küche im Barock

Barocke Tafelfreuden sind heute noch der Innbegriff von Üppigkeit, Genuss und gehobener Lebensart. Die scheinbar grenzenlose Verfügbarkeit von Nahrung, das exzessive Zurschaustellen materieller Überlegenheit und die damit verbundene gesellschaftliche Stellung sind heute noch ein Synonym barocker Lebensart und beinhalten nach wie vor ein gesellschaftspolitisches Statement.        Die Pracht der barocken Tafel verschweigt allerdings, welche Arbeitsabläufe, welche Infrastruktur notwendig war, um diese Ansprüche aufrecht zu erhalten. So beschäftigt sich die Veranstaltung einerseits mit den barocken Tafelfreuden, andererseits wird auf die Arbeitsabläufe verwiesen, welche hinter der glänzenden Fassade notwendig waren. Regionale Eigenheiten z.B. der Wiener Küche werden hier ebenso besprochen wie die bürgerliche Variante eines spätbarocken Kochbuches aus dem Salzkammergut – dem „Kochbuch der Wolfin“ aus dem Besitz des Vortragenden.

Beim zweiten Termin, einer Exkursion in die Residenzgalerie werden anhand einiger ausgewählter Bilder diese Details herausgearbeitet und erläutert. Es geht dabei nicht nur um die Darstellung, vielmehr werden auch die Symbole und ihre zeitbezogenen Hintergründe beleuchtet. Welche Rolle spielt der Knoblauch oder etwa die Auster im Bild? Oder haben sie schon einmal daran gedacht, was Schinken und Wein am Tisch eines spanischen Barockmalers bedeuten? Die synästhetische Komponente barocker Weltanschauungen, das Gesamtkunstwerk des Lebens aus der Sicht des barocken Universalmenschen sollen so nähergebracht werden.


Kulturgeschichte der barocken Kochkunst

3E, Fr. 08.01.2021, 15.00 - 18.00, Salzburger Bildungswerk


Exkursion: Kulturgeschichte der barocken Kochkunst

3E, Fr. 15.01.2021, 14.00 - 17.00, Residenzgalerie Salzburg


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!






Malleus maleficarum – Ein Buch und seine Folgen

Im Jahre 1486 verfasste Heinrich Kramer v/o Henricus Institoris sein Werk Malleus maleficarum - Der Hexenhammer, eine Schrift, die ein dunkles Kapitel der europäischen Geschichte einleitete, und deren Auswirkungen sogar jenseits des Atlantiks in der neugegründeten Kolonie an der Ostküste sichtbar wurden.

In der Veranstaltung wird einerseits die Entstehung und Verbreitung des Werkes geschildert; andererseits gilt es auch aufzuzeigen, wie und in welchem Ausmaß sich die Hexenverfolgung(en) besonders in Salzburg ausgewirkt haben.



* Änderungen vorbehalten


© Andreas Deusch 2020