Abendkurs

Rom 11 2018


Was soll ich tun?  Ethische Prinzipien von der Antike bis heute

“Was soll ich tun?“, lautet mit Immanuel Kant, dem größten deutschen Philosophen der Aufklärung, eine der zentralen Fragen der Philosophie. Sie zielt auf die philosophische Disziplin der Ethik. Diese sucht nach vernünftigen Kriterien für die Beurteilung unserer Handlungen und ihrer Motive und Konsequenzen. Ethik und Moral bestimmen das Miteinander der Menschen. Ihre Begründung ist seit Sokrates, Platon und Aristoteles über alle großen Philosophen bis in die Moderne ein kardinales Thema. Bis zur Aufklärung erfolgte die Begründung in vielfältiger Weise metaphysisch, doch mit Philosophen der Neuzeit wie Thomas Hobbes, John Locke, David Hume, Jeremy Bentham oder Immanuel Kant beginnt schon die Moderne als Gedankenexperiment und die Maßstäbe verschoben sich, was wiederum den heftigen Widerstand der Kirchen provozierte. Bis auf den heutigen Tag sind die Begründung unserer ethischen Prinzipien und die moralischen Schlussfolgerungen von größter Bedeutung. In Zeiten sich des sich ständig beschleunigenden globalen Wandels können die Auswirkungen dieses Diskurses auf das gesellschaftliche Leben gar nicht überschätzt werden. In den beiden Veranstaltungen werden die philosophiegeschichtlichen Entwicklungslinien der Ethik und ihre großen Probleme bis in die Gegenwart vorgestellt.


Antike und Mittelalter

2E, Di. 06.10.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Neuzeit und Moderne

2E, Di. 20.10.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!



Ästhetik und Spiritualität in der Landschaftsgestaltung

Die Veranstaltung beleuchtet die spirituellen Aspekte, welche zur Erscheinungsform des bewusst gestalteten Gartens führen. Die Natur als göttlicher Raum spielt hier eine große Rolle, ebenso wie die Bewegung der Mystik im Mittelalter. Ausgangspunkt sind die japanischen Schriftrollen des Sakuteiki aus dem 11. Jahrhundert, welche sich mit der Seele der Steine und dem Gestalten von Landschaftszonen befassen. Durch eine Kombination aus Intuition und Bewusstwerdung sollen hier Begegnungszonen geschaffen werden, in denen der Mensch zu einer vertieften Wahrnehmung des Göttlichen geführt wird. Dieser Entwicklung der chinesischen und japanischen Gärten, welche zweifellos einen Höhepunkt in den Zen – Gärten erlebt, werden Beispiele aus dem persisch – arabischen Kulturraum gegenübergestellt, ebenso wie die Theorien der christlichen Mystiker wie z.B. Albertus Magnus. Hier verknüpft sich die Sehnsucht einer Gotteserfahrung mit dem Zauber der Natur, die Mystik des Mittelalters trifft dabei auf die Rationalität der frühen Neuzeit. Die Veranstaltung zeigt auf, wie selbst der Bau einer gotischen Kathedrale zutiefst in einem mystischen Naturverständnis verankert ist. Die zweite Veranstaltung baut auf den Informationen der vorhergehenden Vorträge (Teil I) auf. Ausgehend von den Arbeiten eines Marko Pogačnik und seinen Theorien zur Beseeltheit der Natur wird hier der Versuch unternommen, das Naturverständnis der Mystiker in die Gegenwart zu übertragen. Künstler, welche direkt mit der Natur arbeiten, wie z.B. Richard Long, Michael Heizer und Andy Goldworthy spielen hierbei eine Rolle, aber auch Fotografen wie Hiroshi Sugimoto werden dabei besprochen.


Ästhetik und Spiritualität in der Landschaftsgestaltung I

2E, Do. 29.10.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Ästhetik und Spiritualität in der Landschaftsgestaltung II

2E, Do. 12.11.2020, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!





Avantgarde und ästhetische Revolte – der Beginn der Klassischen Moderne II

Auch im zweiten Teil dieser Vortragsreihe sollen einige der berühmtesten Künstler, die in jener Zeit des Aufbruchs ihren Anteil an den folgenden Tendenzen der Klassischen Moderne hatten, vorgestellt werden. Der berühmteste Tiermaler des 20. Jahrhunderts ist Franz Marc, dessen neoromantische Auffassung vom Tier und seiner Lebenswelt zutiefst modern anmutet und dessen Archetypen für eine starke mystische Strömung der Künstlerischen Moderne stehen. Nicht minder paradigmatisch ist mit Ernst Ludwig Kirchner der berühmteste der „Brückemaler“. Die Sehnsucht dieses radikalen Expressionisten nach „Unverfälschtheit“ zeugt vom Atavismus der Moderne ebenso wie die thematischen Tabubrüche und „Obszönitäten“ des genialischen Egon Schiele in Wien. Mit Wassily Kandinsky, dem „Propheten“ der Abstraktion und seiner Faszination für Synästhetik, Mystik und künstlerischer Offenbarung findet die Reihe ihren Abschluss: Kandinskys Kampf gegen den Materialismus, sein Beharren auf Religiosität und Idealismus wiesen vielen Künstlern einen Weg, der letztlich schon in der Romantik gelegt wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg beispielsweise die amerikanischen abstrakten Expressionisten inspirierte.


Ernst Ludwig Kirchner

2E, Di. 12.01.2021, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk

Ersatztermin Frühjahr/ Sommer 2020


Egon Schiele

2E, Di. 19.01.2021, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk

Ersatztermin Frühjahr/ Sommer 2020


Wassily Kandinsky

2E, Di. 26.01.2021, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk

Ersatztermin Frühjahr/ Sommer 2020


Boccioni, Balla & Co. - der futuristische Hymnus auf die Moderne

2E, Di. 02.02.2021, 18.30 - 20.30, Salzburger Bildungswerk


Der Besuch von Einzelveranstaltungen ist möglich. Die Einzelveranstaltungen werden nicht extra ausgeschrieben!


* Änderungen vorbehalten


© Andreas Deusch 2020