Erdgeschichte

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Die Unkener Mulde ist eine geologische Großstruktur, die sich über 30 km vom Rauschberg bei Inzell bis nach Leogang erstreckt. Direkt beim Ort Unken ist diese Mulde durch den Saalach-Westbruch abgeschnitten, so dass dort im weiteren Umfeld sowohl Gesteine des Tirolikums, als auch der Hallstätter und Berchtesgadener Decke angetroffen werden können. Das Hauptaugenmerk liegt bei dieser Exkursion aber auf der Schichtfolge der Unkener Mulde, die bei dieser Exkursion von der Obersten Trias bis in die Unterkreide reicht.

Autoexkursion in Fahrgemeinschaften, mehrere Fußstrecken mit geringen Steigungen. Gerne sind wir bei der Vermittlung von Fahrgemeinschaften behilflich.



Der Treffpunkt liegt auf der Grenze Tirolikum – Juvavikum, eine der markantesten Grenzen im Gebirgsbau der Berchtesgadener – Salzburger Kalkalpen. Bei der Wanderung durch die Wimbachklamm wird ein Profil durch die Gesteine des Jura gequert, bis nach der Klamm der liegende Dachsteinkalk erreicht wird. Die Grenze zum unterlagernden Karnisch-norischen Dolomit wird schließlich kurz oberhalb des Wimbachschlosses erreicht. Das Wimbachtal verläuft zwischen Watzmann und Hochkalter, die zusammen ein großes Gewölbe aufbauen, das nach Norden unter das Juvavikum abtaucht. Über dem heutigen Tal ist der Scheitel des Gewölbes zu denken, das den wohl ehemals höchsten Berg der Berchtesgadener – Salzburger Kalkalpen markiert. Neben der Klamm am Taleingang ist der über 300 m mächtige und über         10 km lange Schuttstrom das prägende Element im Wimbachtal. Bei starken Niederschlägen kann das Regenwasser nicht mehr im Schuttkörper versickern, es fließt oberflächlich ab. Dabei geraten einzelne Bereiche des Schuttstromes in Bewegung, es entstehen Rinnen und Eintiefungen, an anderer Stelle wird umgelagertes Material aufgeschüttet. Themen der Wanderung werden deshalb Gesteine, Tektonik und Gebirgsbildung sowie aktuelle morphodynamische Veränderungen im Wimbachtal sein.

Leichte Wanderung durch die Wimbachklamm (Eintritt € 2,50). Weiter taleinwärts bis über das Wimbachschloss (Möglichkeit zur Einkehr) hinaus. Gute 300 Höhenmeter in Auf- und Abstieg, rund 3,5 h reine Gehzeit.



Kurz von der Postalm beginnt der 5 km lange Gletscherweg des Obersulzbachtals, im Vor­feld des Ober­sulz­bach­kees gelegen. Dort werden wir die Rückzugs­sta­dien des Glet­schers seit 1850 kennenlernen und die Glazialorphologie, mar­kan­te Mo­rä­nen und Glet­scher­schlif­fe sowie die Be­sie­de­lung der Schutt­hal­den durch Pio­nier­pflan­zen, studieren können. Über Ursachen und Auswirkungen der Gletscherschwankungen werden vor Ort erfahren.

Auf dieser mittelschweren Wanderung haben wir einen herrlichen Blick zur Westflanke des Großvenedigers und auf das vom Gletschereis geformte Trogtal des Obersulzbaches zu den westlichen Kitzbühler Alpen.


* Änderungen vorbehalten


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© Andreas Deusch 2018