Erdgeschichte                               

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Die Typuslokalität der Gosaugruppe, ist das Becken von Gosau, im salzburgisch- oberösterreichischen Salzkammergut eine Mächtigkeit von 2.600 Metern erreicht. Die Gosausedimente sind, wegen ihres Fossilienreichtums sehr bekannt, und locken seit dem 18. Jahrhundert Forscher aus den verschiedensten Ländern an. Die Fossilien stammen aus der Oberkreide und haben ein Alter zwischen 80 und 65 Millionen Jahren. In den marinen Ablagerungen der Gosau kommen reichlich Muscheln, wie Rudisten (Hippuriten) und Schnecken, wie Actaeonellen und Nerineen vor. Aber auch Ammoniten kann man finden. Der größte, Parapuzosia seppenradensis, der 1971 aus den Oberkreideablagerungen geborgen wurde, ist beinahe 100 cm groß. Ein Abguss davon ist im kleinen Museum im Gemeindehaus von Rußbach zu besichtigen. Seit 1979 ziert übrigens ein Ammonit das Gemeindewappen von Gosau. Reichlich sind auch Korallen vertreten wie beispielsweise die knopfförmigen Cyclolithen sowie diverse Stockkorallen. Ausrüstung: Festes Schuhwerk, Regenbekleidung, Hammer, Meißel, Zeitungspapier (zum Einpacken), Phiolen u./o. Schachteln für kleine Funde, eventuell Klebstoff (Uhu Hart), Marker (rot, schwarz) zum Beschriften, Fotoapparat, Fernglas, Lupe.



Auf den ersten Blick könnte man meinen, in den Bergen stehen ausreichend Steine als Baumaterial zu Verfügung. Dem ist aber bei Weitem nicht so, wie die vielerorts kombinierte Bauweise der Häuser und Höfe aus Stein und Holz zeigt. Lediglich größere herrschaftliche Gebäude, Kirchen und im weitesten Sinne industrielle Bauten wurden zur Gänze aus Stein aufgemauert. Der Grund dafür ist, dass sich die gut verfügbaren Gesteine oft nicht als Baustein eignen. Ihre lithologische Beschaffenheit und/oder die Beanspruchung während der Gebirgsbildung stehen einer entsprechende Verwendung entgegen. Sollen die verarbeitbaren Gesteine dann auch noch ein ansprechendes Erscheinungsbild aufweisen, wird die Auswahl zunehmend eingeschränkter und oft hat man sich daher in der Vergangenheit auf die Verblendung von Sockeln, Wänden oder zum Beispiel an Eingangsbereichen beschränkt. Bei dem ausgedehnten Spaziergang durch den Markt Berchtesgaden werden die hier verwendeten Gesteine und ihre Eigenschaften vorgestellt, wobei das Spektrum von lokalem Material bis hin zu Gesteinen aus dem Rheinischen Schiefergebirge und der Schweiz oder Italien reicht. Für die verschiedenen Ausprägungen lokaler Gesteine wird eine bebilderte PDF-Datei für Smartphone und Tablet zur Verfügung gestellt, die bei der Ansprache der Gesteine vor Ort einen direkten Vergleich ermöglicht. Route: Vom Bahnhof Berchtesgaden durch den Markt, Schloss und Stiftskirche, Soleleitungsweg und Kälberstein-Steinbruch. ca. 150 Hm in Auf- und Abstieg, Möglichkeiten zur Einkehr.










Als einziger heimischer Kupferbergbau in Österreich förderte die Grube Mitterberg im Jahre 1961 rund 130.000 t Roherze mit einem durchschnittlichen Gehalt von 1,56% Kupfer. Der Bergbau geht bereits auf prähistorische Zeit zurück. Insgesamt wurden in prähistorischer Zeit 17.000 t Kupfer gewonnen. Die Erze sind an phyllitische Grauwackengesteine gebunden. Auf der Fahrt nach Mitterberg haben wir Gelegenheit Aufschlüsse aus dem Altpaläozoikum der östlichen Grauwackenzone zu studieren. Um 14.30 Uhr werden wir im ehemaligen Knappenheim erwartet wo wir das Bergbaumuseum, welches Teil des „UNESCO-Geoparks – Erz der Alpen“ ist, besuchen werden. Dieses gewährt uns einen einzigartigen Einblick in 4.000 Jahre Bergbaugeschichte und in die Welt der Knappen vom Hochkönig. Auch eine Nachbildung der Scheibe von Nebra ist dort vorhanden. Das Museum zählt zu den schönsten des Landes Salzburgs. Nach der Besichtigung des Museums werden wir den Schaustollen befahren. (Ermäßigter Eintrittspreis inklusive Befahrung des Stollen: EUR 9.-/ Person)















Mit dem Zerbrechen der obertriadischen Dachsteinkalkplattform zu Beginn des Jura entwickelte sich am Westrand des Hagengebirges ein untermeerisches Kliff, das sich bis in das Steinerne Meer erstreckte. Entlang des Kliffes kam es dabei zunächst zur Bildung von Spalten im Dachsteinkalk, die sich im weiteren Verlauf des tektonischen Geschehens im weiter ausdehnten und schließlich im oberen Jura zur Ausbildung  großräumiger Becken führten. Am Hagengebirgswestrand lassen sich diese Entwicklungen sehr gut nachvollziehen: initiale Spaltensysteme sind im Gipfelbereich des Schneibsteins aufgeschlossen, lokale Bewegungen und Eingleitungen in die im Entstehen begriffenen Becken sind an der Rotspielscheibe und am Fagstein zu erkennen und schließlich tiefere Beckenbereiche an den Roßfeldern oberhalb der Priesbergalm bis hin zur Sillenkopf Formation in der Umgebung des Priesberger Mooses. Besonders eindrucksvoll ist, dass das alte jurassische Relief während des weiteren Verlaufs der Erdgeschichte erhalten geblieben ist und durch die Vereisungen der jüngsten Erdgeschichte geradezu herauspräpariert wurde. Letzten Endes führte das gesamte Geschehen seit Beginn des Jura zum heutigen Erscheinungsbild des Hagengebirgswestrandes zwischen Landtal und Königssee, das durch seine typischen treppenartigen Abbrüche von der zentralen Hochfläche zum Königssee hin gekennzeichnet ist.

Route und Verlauf: Treffunkt um 9:00 am Parkplatz Hinterbrand, kurzes Wegstück zur Mittelstation der Jennerbahn, Auffahrt zur Bergstation (ca. 1800 m). Wanderung zum Stahlhaus und Aufstieg zum Schneibstein (2276 m). Rückweg über Schneibsteinhaus und Priesberger Moos, Königsweg um den Jenner zum Ausgangspunkt, Rückkehr ca. 18 Uhr. Festes Schuhwerk, Regenbekleidung und Rucksackverpflegung! Es besteht je nach zeitlichem Verlauf zwar die Möglichkeit zur Einkehr, Mittagsrast ist aber am Schneibstein vorgesehen. Bei schlechtem Wetter alternative Wanderung am Hagengebirgswestrand.


* Änderungen vorbehalten


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