Erdgeschichte                                  

 DSC0026

Der Treffpunkt liegt auf der Grenze Tirolikum – Juvavikum, eine der markantesten Grenzen im Gebirgsbau der Berchtesgadener – Salzburger Kalkalpen. Bei der Wanderung durch die Wimbachklamm wird ein Profil durch die Gesteine des Jura gequert, bis nach der Klamm der liegende Dachsteinkalk erreicht wird. Die Grenze zum unterlagernden Karnisch-norischen Dolomit wird schließlich kurz oberhalb des Wimbachschlosses erreicht. Das Wimbachtal verläuft zwischen Watzmann und Hochkalter, die zusammen ein großes Gewölbe aufbauen, das nach Norden unter das Juvavikum abtaucht. Über dem heutigen Tal ist der Scheitel des Gewölbes zu denken, das den wohl ehemals höchsten Berg der Berchtesgadener – Salzburger Kalkalpen markiert. Neben der Klamm am Taleingang ist der über 300 m mächtige und über         10 km lange Schuttstrom das prägende Element im Wimbachtal. Bei starken Niederschlägen kann das Regenwasser nicht mehr im Schuttkörper versickern, es fließt oberflächlich ab. Dabei geraten einzelne Bereiche des Schuttstromes in Bewegung, es entstehen Rinnen und Eintiefungen, an anderer Stelle wird umgelagertes Material aufgeschüttet. Themen der Wanderung werden deshalb Gesteine, Tektonik und Gebirgsbildung sowie aktuelle morphodynamische Veränderungen im Wimbachtal sein.

Leichte Wanderung durch die Wimbachklamm (Eintritt € 2,50). Weiter taleinwärts bis über das Wimbachschloss (Möglichkeit zur Einkehr) hinaus. Gute 300 Höhenmeter in Auf- und Abstieg, rund 3,5 h reine Gehzeit.




Kurz von der Postalm beginnt der 5 km lange Gletscherweg des Obersulzbachtals, im Vor­feld des Ober­sulz­bach­kees gelegen. Dort werden wir die Rückzugs­sta­dien des Glet­schers seit 1850 kennenlernen und die Glazialorphologie, mar­kan­te Mo­rä­nen und Glet­scher­schlif­fe sowie die Be­sie­de­lung der Schutt­hal­den durch Pio­nier­pflan­zen, studieren können. Über Ursachen und Auswirkungen der Gletscherschwankungen werden vor Ort erfahren. Auf dieser mittelschweren Wanderung haben wir einen herrlichen Blick zur Westflanke des Großvenedigers und auf das vom Gletschereis geformte Trogtal des Obersulzbaches zu den westlichen Kitzbühler Alpen.

Gerne sind wir bei der Vermittlung von Fahrgemeinschaften behilflich. Wir treffen einander um 09.30 Uhr bei der Kirche von Neukirchen am Großvenediger. Über den Ortsteil von Sulzau fahren wir gemeinsam bis zum Parkplatz Hopffeldboden (1070 m) (gebührenpflichtig). Von dort geht es, nach 2,5 Stunden Gehzeit zur Postalm (Einkehrmöglichkeit). Für diejenigen, welche schlecht zu Fuss sind oder weniger ausdauernd sind, besteht die Möglichkeit per Nationalpark-Taxi bis zur Postalm zu gelangen. Bitte um rechtzeitige Bekanntgabe wer mit dem Taxi fahren will, da wir schon einen Tag vor der Exkursion die Anmeldung machen sollen (Kosten: 60,- Euro/Taxi bei 6 Personen. Bei Vollbesetzung also 10,- EUR/Person).

Kurz nach der Postalm beginnt der 5 km lange Gletscherweg im Vor­feld des Ober­sulz­bach­kees, für den wir etwa 3 Stunden benötigen. Am Ende des Lehrweges gelangen wir zu einem Gletschersee der sich in den letzten Jahren durch den Gletscherrückgang gebildet hat. Von hier kann man auch das heutige Ende des Gletschers sehen. (Dauer: 5 bis 6 Std. ab Gasthof Postalm und zurück). Der Weg zum Gletscherlehrpfad und der Weg des Gletscherpfades ist zwar nicht schwierig (für Kinder ab 8 Jahre geeignet), da es sich aber um alpines Gelände handelt ist festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung - wie immer - nötig.


* Änderungen vorbehalten


www.museum-siegsdorf.de



© Andreas Deusch 2018