Venedig                                         

Canale Grande,
Venedig 11-12

Venedig lockt jedes Jahr Millionen Menschen an. Dies ist für die Stadt bekanntermaßen durchaus problematisch. Wir fahren zu einer Jahreszeit nach Venedig, die unter Kennern der Stadt als besonders reizvoll gilt. Der Zauber Venedigs findet seinen vielleicht schönsten Ausdruck in einer Sentenz Friedrich Wilhelm Nietzsches: „Wenn ich ein anderes Wort für Musik suche, so finde ich immer nur das Wort Venedig“. Die so gepriesene Schönheit ist eine der berühmtesten Kunststädte der Welt. Diese unvergleichliche Stadt in der Lagune mit ihren vielen Kanälen, Brücken, Kirchen und Palästen bietet zahllose Kunstwerke und viele von ihnen sind ohne jede Übertreibung von Weltrang.

Die „Serenissima“ kontrollierte für Jahrhunderte stolz und unduldsam das ganze östliche Mittelmeer und erweiterte zielstrebig und mit Härte ihr rasch wachsendes Territorium auf dem Festland. Immer mehr Städte gerieten unter die Herrschaft der Seemacht Venedig, die im Mittelalter und der Renaissance ihre Rolle als Weltmacht voller Stolz ausspielte. Die so lebhafte und weltoffene Stadt war steinreich und ihre Monumente wurden immer prächtiger. Der Markusdom und der Dogenpalast mit ihren zahllosen Kunstwerken alleine bezeugen den Anspruch der Dogen schon mehr als eindrucksvoll. Venedig war auch die Stadt der großen Prozessionen und Feste, der Musik, der Künstler, der Buchdrucker und der Handwerker, aber auch der Gelehrten und Literaten wie Pietro Aretino, der beste Freund Tizians. Der Luxus der Stadt und der gewaltige Reichtum lockten auch Kaufleute aus der ganzen Welt an. Venedig galt als Stadt der Großkaufleute und Bankiers. Die reichen Patrizier und die mächtigen „Scuole“, also die frommen Bruderschaften, beauftragten die großen Architekten der Stadt wie Lombardo, Codussi, Sansovino oder Palladio und Longhena, gewaltige Architekturen zu schaffen, die von den prominenten Malern und Bildhauern mit großartigen Werken ausgestattet wurden.

Die berühmte venezianische Malerei vom späten Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert fasziniert Kunstkenner aus der ganzen Welt immer aufs Neue. Die Lagunenstadt beherbergte auch schnell große Meister, die im neuen Stil der Renaissance arbeiteten und der entwickelte sich hier schnell zu einer unverwechselbaren malerischen und atmosphärischen Qualität. Die Werke Antonello da Messinas, Carpaccios und Giovanni Bellinis zählen zu den großen Meisterwerken der Epoche. In der Hochrenaissance erregten die jungen Meister Giorgione und Tizian schnell Aufsehen. Tizian machte Karriere und avancierte zum Staatsmaler Venedigs und zum Hofmaler Kaiser Karls V. Die Zeitgenossen bewunderten sowohl seine spektakulären Kompositionen als auch die bravouröse Malweise, an der sich nun alle Künstler vor Ort messen müssen. Der nicht minder begabte Tintoretto wurde zum ewigen Rivalen, der mit seinen manieristischen Geniestreichen genauso die Kunstkenner begeisterte wie auch der prächtige Veronese. Sie und andere Virtuosen standen in Rivalität zu den gefeierten Meistern des florentinisch-römischen Kunstkreises um Michelangelo. Im Barock waren es Piazzetta und der geniale Tiepolo, die international Furore machten. Als nicht weniger prominent galten im Zeitalter der Aufklärung die venezianischen Vedutisten Canaletto, Bellotto und Guardi. Die Großmeister Venedigs zählten bis ins 19. Jahrhundert zu den großen und Maßstäbe setzenden Vorbildern und ihre Werke sind heute der Stolz der Weltmuseen. 

Es ist unmöglich in vier Besichtigungstagen alle Bauten und Kunstwerke dieser Stadt aufzusuchen. Es sind einfach zu viele, aber das Programm der Reise führt zu den kunsthistorisch spannendsten Orten der Serenissima und den fulminanten Abschluss der Reise bildet die grandiose Galleria dell‘ Accademia als eine Galerie der Malerei von absolutem Weltrang. Es gilt übrigens die scherzhafte aber sehr wohl zutreffende Bemerkung von Ernest Hemingway: Seinen Weg durch das extrem verwinkelte Venedig zu finden ist „amüsanter als Kreuzworträtsel lösen.“ Selbstverständlich sind die Routen zu Fuss oder auch mit dem „Vaporetto“ zu Wasser – so geplant, dass die Wege zu den Architekturen und Kunstwerken möglichst kurz sind.


PROGRAMM:*

1. Tag, Samstag, 19. Oktober 2019

Anreise mit der Bahn IC/ EC nach Venedig: Salzburg ab 06:42 - Rosenheim  - Venezia Santa Lucia an 13:55 mit Sitzplatzreservierung und Speisewagen. Einstieg auf der Strecke in Absprache möglich. Danach weiterfahrt mit dem Vaporetto und Einchecken im ***Hotel in der Innenstadt von Venedig (Dosoduro).

Am Nachmittag Kurzprogramm in Hotelnähe: Punta Dogana, Einführung in die Stadtgeschichte / Santa Maria della Salute  / Gesuati (Santa Maria del Rosario)


2. Tag, Sonntag, 20. Oktober 2019

Ca d’Oro / Fondaco dei Tedeschi / Ponte Rialto / Pescheria / Frarikirche (Santa Maria Gloriosa dei Frari) / San Rocco und Scuola di San Rocco / San Pantaleon


3. Tag, Montag, 21. Oktober 2019

Piazza di San Marco (ganztägig): Piazzetta dei Leoncini / Torre dell‘ Orologio / Alte Prokuratien / Neue Prokuratien / Fabrica Nuova / Libreria Marciana / Campanile / Loggetta / Säulenmonumente (Markuslöwe, San Teodoro) / Flaggenmasten A. Lepoardis / Tetrarchen / Basilica di San Marco / Dogenpalast / Museo Civico Correr) / Seufzerbrücke


4. Tag, Dienstag, 22. Oktober 2019

San Giorgio Maggiore / San Zaccaria / Santa Maria Formosa / Santi Giovanni e Paolo („Pantheon Venedigs“) / Reiterdenkmal des Colleoni (Andrea del Verrochio) / Scuola di San Marco / Santa Maria dell’Orto


5. Tag, Mittwoch, 23. Oktober 2019

Galleria dell‘ Accademia / ab Mittag: Freizeit


6. Tag, Donnerstag, 24. Oktober 2019

Freizeit/ Rückreise mit der Bahn EC/ Meridian nach Salzburg: Venezia Santa Lucia ab 13:50   - Rosenheim - Salzburg an 21:42 mit Sitzplatzreservierung und Speisewagen.


*Änderungen vorbehalten


© Andreas Deusch 2019