Keltische Denkmäler in Südbayern

Weltenburg2

 

Viereckschanzen bei München und keltische Oppida bei Manching und Kelheim

Spuren aus keltischer Zeit sind in Südbayern zahlreich erhalten. Neben Grabhügeln und verebneten Siedlungen bilden besonders die zahlreichen, heute im Gelände noch erhaltenen Wälle und Gräben keltischer Viereckschanzen und die Befestigungen der oppida, stadtähnliche und riesig dimensionierte Siedlungen, die markantesten Spuren. Auf der Exkursion mit dem Schwerpunkt auf die Eisenenzeit besuchen wir exemplarisch besonders gut erhaltene, wissenschaftlich bedeutende Fundorte und lernen deren archäologischen Kontext in den Museen von Manching und Kelheim kennen. Visualisierungen von Bauten aus keltischer Zeit zeigen die unterschiedlichen Rekonstruktionen im Archäologiepark Altmühltal. Sie dokumentieren Ausgrabungsbefunde, die beim Bau des Rhein-Main-Donau Kanals entdeckt wurden und heute auf unterschiedlichste Weise in der Tallandschaft der Altmühl situiert sind.


PROGRAMM:*

1. Tag, Samstag, 03. Juli 2021

Anreise: Abfahrt - Einstiegsstellen (Bus Schwaiger Schönau am Königssee). 07:00 Hallein Pernerinsel - Großer Parkplatz beim Kreisverkehr, 07:15 P + R Salzburg Süd, 07:30 Stadion Klessheim, 07:40 Piding Burgerking, 08:05 Schweinbach Landkaufhaus Mayer / Weitere Einstiegsstellen z.B. Park & Ride Rosenheim oder München auf der Strecke in Absprache möglich. In München verlassen wir die Autobahn. Die markanten rechteckigen Wallanlagen der keltischen Viereckschanzen gehören zu den prägenden Elementen der keltischen Siedlungslandschaften des 2. und 1. Jhdt. v. Chr. und haben große Bedeutung für Südbayern. Im Landkreis München befindet sich ein dichtes Netz dieser Viereckschanzen. Die Wall-Graben-Anlagen zeichnen sich im Gelände durch charakteristische Elemente aus, die in Holzhausen besonders gut erhalten sind. Der Fundort ist aber auch durch seine Forschungsgeschichte bekannt. In den 1950er und 1960er Jahren fanden dort umfangreiche Ausgrabungen statt, die bis heute in der Wissenschaft rezipiert werden. Die zweite Anlage in Deisenhofen zeigt mit mehr als 20 Hektar Fläche eine völlig andere Dimension und gehört zu den größten Viereckschanzen in Bayern. Obwohl sie in einem landwirtschaftlich genutzten Bereich liegt, sind die Strukturen gut zu sehen. Luftbilder liefern ergänzende Informationen. 

Von dort geht es weiter an die Donau nach Manching bei Ingolstadt, wo das Oppidum mit 360 Hektar Fläche liegt. Durch zahlreiche und großflächige Ausgrabungen gehört das Oppidum zu den am besten untersuchten keltischen Stadtanlagen. Die ergrabenen Befunde erlauben eine Beschreibung der Bebauung und die Funde geben Einblicke in die europaweiten Handelskontakte und das kultische Leben dieses Zentralortes. Im Kelten Römer Museum erhalten wir einen Einblick in die Vielfalt der Grabungsergebnisse.

Etwa 40 Kilometer donauabwärts liegt dann Kelheim mit dem zweiten, nun über 600 Hektar großen keltischen Oppidum. Nach dem Einchecken in unserem Hotel in der Innenstadt von Kelheim besteht die Möglichkeit eines gemeinsamen Stadtrundganges durch diese sehr gut erhaltene wittelsbachische Gründung.


2. Tag, Sonntag, 04. Juli 2021

Donau und Altmühl als wichtige Handelswege prägen die Landschaft um Kelheim. Bestattungsplätze und Siedlungen, aber auch die Bauten des 1846 eröffneten Ludwig-Donau-Main-Kanal und der moderne Main-Donau-Kanal zeigen die intensive Nutzung durch Menschen. Einen Überblick gibt das Archäologische Museum, in dem die gesamte Kulturgeschichte des Raumes dargestellt wird und in dem die Region näher gebracht wird. Besonders das Modell des keltischen Oppidums und die Funde aus Gräbern und Siedlungen sowie des keltischen Erzbergbaues geben uns einen ersten Überblick über die Region und Geschichte. 

Entlang der Altmühl führt uns der Weg zu einzelnen Rekonstruktionen des Archäologie Parks Altmühltal. Mit seinen 18 Stationen zwischen Kelheim und Dietfurt greift er wichtige Grabungsergebnisse auf und erleichtert auf anschauliche Weise das Verständnis für das ursprüngliche Aussehen der Denkmäler. Besonders die Rekonstruktion einer keltischen Stadtmauer mit Tor verdeutlicht die gewaltigen Dimensionen dieser Anlagen, die im 2. und 1. Jhdt. v. Chr. errichtet wurden.

Von dort geht es auf die Hochfläche des Michelsberg, der zwischen den beiden Tallandschaften von Donau und Altmühl liegt. Berühmt ist der Berg durch die Befreiungshalle, die dominierend über Kelheim liegt und einen einmaligen Blick in den Donaudurchbruch erlaubt. Weniger Beachtung finden die mehrere Kilometer langen Wälle, Gräben und Toranlagen des keltischen Oppidums und die ausgedehnten Spuren des keltischen Bergbaues. Alle Elemente sind eindrucksvoll und exzellent erhalten. Wir lernen sie bei einer kurzen Wanderung durch das Naturschutzgebiet kennen. Den Abschluss bildet der äußere Wall mit einer typischen Toranlage und der Blick auf Kloster Weltenburg.

Die Rückfahrt führt uns zum malerisch in der Landschaft liegenden römischen Kastell in Eining. Die sichtbaren Grundmauern der Kastellbebauung liefern einen Einblick in die Struktur der Lager. Das besondere an Einig ist aber auch, dass es den Endpunkt des Raetischen Limes bildet und Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Limes ist. Von dort treten wir die Rückfahrt über München nach Salzburg bzw. Hallein an.


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© Andreas Deusch 2020