Franken

Residenz Würzburg2


Tielmann Riemenschneider - Renaissance und Reformation in Franken

Dem Würzburger Bildhauer Tilman Riemenschneider (um 1460-1531) gelang es, nie zuvor Gesehenes zu schaffen. Mit dem Verzicht auf die übliche farbige Bemalung vieler seiner Skulpturen zeigte er nicht länger lebensnahe Abbilder der Heiligen, sondern der Lebenswelt des Betrachters entrückte künstlerische Bildwerke. Der unmittelbare Blick auf die schnitztechnische Feinarbeit, das Spiel von Licht und Schatten in den lasierten Skulpturen wie der ergreifende Ausdruck in Gesichtern und Gebärden faszinieren damals wie heute. So dominierend Riemenschneiders Werk für den Würzburger Raum auch war, es steht nicht isoliert. Erst mit den Werken seiner Zeitgenossen, den Malern Matthis Grünewald und Michael Wolgemut, dem Bildhauer Veit Stoß sowie den Metallgießern der Vischer-Werkstatt wird das Bild der fränkischen Kunstlandschaft vollständig.


PROGRAMM:*

1. Tag, Donnerstag, 09. September 2021

Anreise mit Pausen über München A8 und A9 nach Würzburg: Abfahrt - Einstiegsstellen: 06:15 Hallein Pernerinsel - Großer Parkplatz beim Kreisverkehr, 06:30 P + R Salzburg Süd, 06:45 Stadion Klessheim, 06:55 Piding Burgerking, 07:20 Schweinbach Landkaufhaus Mayer / Weitere Einstiegsstellen z.B. P&R Rosenheim, P&R München Fröttmaning,... auf der Strecke in Absprache möglich. Busfahrt von Salzburg über München nach Würzburg, Ankunft ca. um 13:30 und Check-in unserem in der Altstadt von Würzburg gelegenen ***Hotel mit Restaurant. Ab ca. 15:00 begeben wir uns auf die Spuren Tilman Riemenschneiders in der Würzburger Altstadt. Hier lebte und arbeitete der Bildhauer und hier befinden sich auch seine ersten herausragenden Werke. Die Marienkapelle präsentiert neben dem Apostelzyklus insbesondere das Grabmal des Ritters Konrad von Schaumburg. Im nahen Dom zeigen zwei Bischofsgrabmäler neben Formen der deutschen Spätgotik auch Einflüsse der italienischen Renaissance.


2. Tag, Freitag, 10. September 2021

Ein Tag in Würzburg. In der Früh bringt uns der Bus hinauf zur Feste Marienberg, der ursprünglichen Residenz der Würzburger Fürstbischöfe. Die Riemenschneider-Sammlung im Museum für Franken gibt einen umfassenden Einblick in das Schaffen des Künstlers, seine bevorzugten Themen, Materialien und angewandten Techniken. Zurück in der Altstadt besuchen wir das Neumünster mit seinem romantischen Lusamgärtlein. Ein Besuch in Würzburg ist – auch bei einem Themenschwerpunkt „Riemenschneider“ – nicht vollständig, ohne eine Besichtigung der fürstbischöflichen Residenz. Erbaut im 18. Jahrhundert ist insbesondere das atemberaubende Treppenhaus mit seiner barock-theatralischen Architektur und glanzvollen Ausmalung Tiepolos ein unverzichtbares Würzburg-Highlight.


3. Tag, Samstag, 11. September 2021

Mit dem Bus geht es nach Aschaffenburg. Die Stadt war Wahlheimat von Kardinal Albrecht von Brandenburg, geistlichem Gegenspieler Martin Luthers und großem Kunstfreund. Aus Magdeburg und Halle von der Reformation vertrieben, kam er mit einem Großteil seiner Kunstschätze an den Main. Trotz beklagenswerter Verluste beherbergen Stiftskirche, Stiftsmuseum und Schloss Johannisburg (Wiedereröffnung 2020 geplant!) noch spektakuläre Werke von Matthias Grünewald, Lukas Cranach und der Vischer-Werkstatt. Auf dem Rückweg nach Würzburg besichtigen wir die „Maidbronner Beweinung“, eines der großformatigen Steinbildwerke Riemenschneiders.


4. Tag, Sonntag, 12. September 2021

Eingebettet in die reizvolle fränkische Landschaft südwestlich von Würzburg besichtigen wir zunächst die (nicht frei zugängliche) „Stuppacher Madonna“, ein weiteres Meisterwerk des mysteriösen Malers Matthias Grünewald. In Creglingen und Rothenburg ob der Tauber finden sich die heute am besten erhaltenen Schnitzaltäre Tilman Riemenschneiders. Beide stehen noch an ihrem originalen Standort und ziehen den Betrachter mit ihren delikaten Schnitzereien und dem intendierten Spiel von Licht und Schatten in ihren Bann. In die Glaubenswelt im letzten Herbst des Mittelalters, kurz vor dem Ausbruch der Reformation, kann selten so eingetaucht werden. Der riesige, polychrome und reich vergoldete Hochaltar Friedrich Herlins in der Rothenburger Kirche lässt erahnen, welche Revolution in Ästhetik und Sehgewohnheiten Riemenschneiders Altäre bedeuteten.


5. Tag, Montag, 13. September 2021

Der Hochaltar der romanischen Klosterkirche von Heilsbronn ist ein Werk Michael Wolgemuts, Zeitgenosse Riemenschneiders und Lehrer Albrecht Dürers. Als Grabstätte des Hauses Hohenzollern finden sich darüber hinaus beeindruckende Grabmäler aus Spätmittelalter und Renaissance. In Schwabach, einer malerischen Fachwerkstadt unweit von Nürnberg, besichtigen wir einen weiteren Hochaltar Michael Wolgemuts, diesmal mit Skulpturen aus der Werkstatt des Veit Stoß. Mit Veit Stoß, dem Nürnberger Zeitgenossen des Würzburgers Riemenschneider, vervollständigen wir unseren Einblick in das fränkische Kunstgeschehen im Zeitalter von Reformation und Renaissance.  Von dort fahren wir mit Pausen zurück nach Salzburg.


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© Andreas Deusch 2021