Emilia Romagna

Bologna 2016 - 1 von 2


Die Emilia Romagna umfasst das Gebiet südlich des Po bis zum Apennin und erstreckt sich bis zur Adria. Die außerordentliche Fruchtbarkeit des Landes wie auch die geographische Lage im Durchgangsbereich uralter Verkehrs- und Handelswege (Via Emilia) zwischen der Adria und Norditalien beziehungsweise dem Golf von Genua waren von jeher Grundlage eines beachtlichen Wohlstands insbesondere der größeren Städte. Diese Region gehört heute zu den hochentwickelten Wirtschaftsgebieten Italiens. Bei soviel Reichtum ist es wenig verwunderlich, dass sich hier die bildenden Künste seit der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit und Moderne hinein prachtvoll entfalten konnten.

Die Metropole der Emilia-Romagna ist Bologna, die faszinierende „Kulturhauptstadt Europas 2000“. Sie war immer eine reiche Stadt und leistete sich großartige Bauwerke. Durch diese Stadt zu spazieren macht einfach Spaß, selbst bei Regen, denn im Zentrum gibt es achtunddreißig Kilometer Arkaden. Im Mittelalter zählte Bologna als eine der größten Städte Europas mit bis zu 70.000 Menschen. Heute bevölkern die ehemalige römische Colonia Bononia 400.000 Einwohner. Sie gilt seit dem Mittelalter auch als Stadt der Gelehrten. Die älteste Universität Europas wurde hier gegründet. Einer ihrer berühmtesten Professoren der jüngeren Vergangenheit war der Philosoph, Mediävist und Semiotiker Umberto Eco - Autor des Welterfolgs „Der Name der Rose“. Fortschrittlich wollte man in Bologna auch sein, denn 1256 schaffte die Stadt mit der Legge del Paradiso (Paradiesgesetz) Leibherrschaft und Sklaverei ab und kaufte die letzten Sklaven frei. Bereits im 15. Jahrhundert entwickelte sich die Kommune zur Renaissancestadt, die allerdings nach der Eroberung durch die päpstlichen Truppen Julius II. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Kirchenstaat zählte. Hier befinden sich unglaubliche sechsundneunzig Klöster – so viel wie in keiner anderen Stadt Italiens. Die Bologneser Malerschule wiederum spielte seit der Renaissance in der europäischen Kunst eine zentrale Rolle. Die Familie der Carracci setzte Maßstäbe in der Malerei des Frühbarock und es entstand die beeindruckende malerische Tradition der Bologneser „Quadraturamalerei“, deren Vertreter Spezialisten für Deckenmalerei waren und mit einem Architekturillusionismus brillierten, der in ganz Europa geschätzt war.

„La turrita“ nannte man Bologna wegen der einst einhundertachtzig Geschlechtertürme. Die beiden berühmtesten sind erhalten, schief wie der Turm zu Pisa und enorm hoch. Zu den vielen Türmen muss man auch noch die Kirchtürme zählen – „Manhattan im Mittelalter“! „La grassa - „die Fette“ - nennt man die Stadt wegen der berühmten und geschätzten „barocken“ Küche. „La rossa“ - „die Rote“ ist als Bezeichnung auf die rote Ziegelbauweise gemünzt. Auch politisch gesehen ist Bologna „rot“. „La dotta - „die Gelehrte“- heißt die Stadt wegen ihrer weltberühmten Universität. So eine Stadt lädt nun wirklich ein, durchstreift und genossen zu werden. Und selbstverständlich finden ihre berühmtesten Monumente und Kunstwerke eingehende Würdigung. San Petronio als schier unglaubliches Dokument eines mittelalterlichen Gigantismus wird ebenso aufgesucht wie die berühmten Bettelordenklöster oder die Fontana del Nettuno des Giambologna, um nur einige Höhepunkte zu nennen.

Bologna ist der ideale Stützpunkt für diese Reise mit ihren Tagesexkursionen in die anderen wunderbaren Städte der Emilia-Romagna. Im Folgenden seien nur einige der dortigen „Highlights“ erwähnt. So erwarten die Gruppe im schönen Parma das weltberühmte Baptisterium und der Dom, aber auch die grandiosen Fresken Correggios, der als einer der großen Meister der Renaissance hier bedeutendste Werke schuf. Faszinierende Architekturen aus Renaissance und Barock runden das beeindruckende Bild ab. In Modena werden unter anderem der Dom mit seinem Campanile aufgesucht, aber auch die Galleria Estense – eine der bedeutendsten Gemäldegalerien Italiens. Verpflichtend ist natürlich auch der Besuch von Sant Agostino, dem „Pantheon“ der Este. Das reizende Forli bietet neben der Romanik von San Mercuriale mit der Rocca di Ravaldino eine wuchtige Festungsanlage. In Cesena wartet mit der Biblioteca Malatestiana die älteste komplett erhaltene Renaissancebibliothek und mit der Rocca Maltestiana eine weitere wuchtige Burg. Besichtigungshöhepunkte in Rimini sind antike Monumente wie der Ponte di Tiberio und der Arco d’Agosto, aber selbstverständlich mit San Francesco, dem „Tempio Malatestiano“, auch einer der Schlüsselbauten der Frührenaissance von einem der größten Architekten aller Zeiten, dem Florentiner Leon Battista Alberti. Ferrara wird die Gruppe mit dem Castello Estense in ihren Bann ziehen, einer berühmten Wasserburg inmitten der Stadt. Auch die großartige romanisch-lombardische Fassade der Kathedrale San Giorgio wird ihre Wirkung nicht verfehlen und die weltberühmten astrologischen Fresken von Francesco del Cossa im Palazzo Schifanoia gelten seit Aby Warburg als ein Schlüsselwerk der Renaissance, das seiner genauen Analyse und Würdigung harrt.

Den Abschluss der Besichtigungen dieser Reise mit rund fünfzig Monumenten und Sehenswürdigkeiten bildet die großartige Pinacoteca Nazionale in Bologna mit ihren zahllosen Hauptwerken aus Renaissance und Barock: Eine Galerie von Weltrang! Ab dem Mittag dieses letzten Tages in der Emilia-Romagna lädt die Kapitale der Region wieder zum Flanieren, Genießen und Erholen ein.


PROGRAMM:*

1. Tag, Samstag, 14. Mai 2022

Anreise nach Bologna: Abfahrt - Einstiegsstellen: 06:00 Hallein Pernerinsel - Großer Parkplatz beim Kreisverkehr, 06:15 P + R Salzburg Süd, 06:30 Stadion Klessheim, 06:40 Piding Burgerking, 07:05 Schweinbach Landkaufhaus Mayer / Weitere Einstiegsstellen z.B. Park & Ride Rosenheim auf der Strecke in Absprache möglich.

Nach der Ankunft und dem Beziehen des ***Hotels in der Innenstadt von Bologna.

Bologna: Piazza Maggiore (Stadtgeschichte, Ensemble)


2. Tag, Sonntag, 15. Mai 2022

Bologna: Complesso di Santo Stefano, Santi Bartolomeo e Gaetano, Torri Garisenda e Asinelli, Chiesa di Santa Maria della Vita, Neptunbrunnen des Giambologna, Basilica di San Petronio, Cattedrale di San Pietro, San Martino


3. Tag, Montag, 16. Mai 2022

Bologna: Basilica di San Francesco, Basilica di San Domenico, Nachmittag: Freizeit (Regeneration für die folgenden zahlreichen Besichtigungen)


4. Tag, Dienstag, 17. Mai 2022

Parma: Baptisterium, Dom, San Giovanni Evangelista, Palazzo della Pilotta mit Teatro Farnese, Camera di San Paolo, Madonna della Steccata, SS. Annunziata, Parco Ducale mit Palazzo Ducale


5. Tag, Mittwoch, 18. Mai 2022

Modena: Piazza Grande, Duomo San Gimigniano, Torre Ghirlandina, San Giovanni Battista, Palazzo Communale, Galleria Estense (Palazzo dei Musei), Sant Agostino, Palazzo Ducale


6. Tag, Donnerstag, 19. Mai 2022

Forli: Piazza Saffi, Palazzo del Municipio, San Mercuriale, Rocca di Ravaldino, Cesena: Piazza del Popolo mit Stadtbrunnen, Biblioteca Malatestiana, Rocca Malatestiana, Rimini: Palazzo Communale, Palazzo dell‘ Arengo, Ponte di Tiberio, San Francesco (Tempio Malatestiano), Arco d‘ Agosto


7. Tag, Freitag, 20. Mai 2022

Ferrara: Castello Estense, Piazza Savonarola, Palazzo Comunale, Kathedrale San Giorgio, Palazzo della Ragione, San Francesco, Universität, Palazzo Schifanoia, Palazzo Lodovico il Moro


8. Tag, Samstag, 21. Mai 2022

Bologna: Pinacoteca Nazionale, Freizeit


9. Tag, Sonntag, 22. Mai 2022

Rückreise von Bologna mit Mittagspause in Brixen nach Salzburg (Hallein).


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