Der oberösterreichische Limes       

Museum Lauriacum3

Im heutigen Österreich bildete die Donau von der Eingliederung in das römische Reich unter Kaiser Augustus 15 v. Chr. bis zum Ende des Weströmischen Reiches im späten       5. Jhdt. die gut bewachte Grenze zum „Barbaricum“. Dieser Limesabschnitt ist etwa       357,5 km lang und der größte Teil entfiel dabei auf die Provinz Noricum. Eine Kette aus unterschiedlichen militärischen Anlagen, die sich in erster Linie am Südufer befanden, sicherte das Hinterland. Dieses System wurde im Lauf der Zeit immer mehr verstärkt und ausgebaut. Mehrere Wachtürme, Kleinkastelle, Burgi und das große Legionslager in Lauriacum/Enns kontrollierten den Grenzfluss. Die Markomannenkriege (166-180 n. Chr.) stellten ein einschneidendes Ereignis für die Provinz dar. So wurden in Italien zwei neue Legionen ausgehoben und zum Schutz des Mutterlandes nach Norden versandt, die legio II Italica und die legio III Italica. Letztere wurde in Regensburg in der Nachbarprovinz Raetia stationiert. Die legio II Italica bezog nach ihrem Einsatz gegen die Markomannen Ende des 2. Jhdts. in Lauriacum/Enns ihr Standlager. Da der Legionskommandant gleichzeitig auch Statthalter der Provinz war, hatte dies eine Verschiebung des politischen Verwaltungszentrums vom südalpinen Raum an die Donau zur Folge. Auf den Spuren der Römer am Limes in Oberösterreich erkunden wir nicht nur militärische Aspekte der Grenzsicherung, sondern auch die Versorgung der Städte und Legionäre durch das Hinterland, sowie die Auswirkungen der militärischen Präsenz.


PROGRAMM:*

1. Tag, Samstag, 04. Juli 2020

Anreise mit Pausen über Altheim, Oberranna, Schlögen nach Steyr: Abfahrt - Einstiegsstellen: 07.30 Hallein Pernerinsel - Parkplatz beim Kreisverkehr/ 07.45 P + R Salzburg Süd/ 08.00 Stadion Klessheim/ 08.10 Parkplatz Lutz Eugendorf.

Das Römermuseum Altheim

„Innviertel - die Kornkammer des römischen Reiches in Oberösterreich"

Im so genannten Ochzethaus, werden nach der Neugestaltung die unterschiedlichsten Aspekte des römischen Landlebens gezeigt. Die Dauerausstellung informiert über Ackerbau, Viehzucht und den Alltag in einer "villa rustica". Diese römischen Landvillen versorgten nicht nur die Städte, sondern auch das Militär am Limes.

Der Quadriburgus von Oberranna

„Vom Römischen Kleinkastell zum Weinkeller“

In Oberranna errichteten die Römer vor etwa 1.700 Jahren unmittelbar über der Donau eine kleine, sehr massive Befestigungsanlage mit quadratischem Grundriss und an den Ecken angesetzten Rundtürmen. Dieser „Quadriburgus“ war ein wichtiger Grenzposten am Donaulimes. Bis dato handelt es sich mit Abstand um das am besten erhaltene römische Bauwerk Oberösterreichs.

Römerpark Schlögen

„Kastell, Zivilsiedlung und Bad“

Das um 170 n. Chr. errichtete Kleinkastell dürfte für eine Besatzung von 100 bis 150 Mann angelegt gewesen sein. Die Lage am Donaulimes und der Naturhafen waren ausschlaggebend, dass bereits 20 Jahre bevor das Kastell gebaut wurde, eine kleine Zivilsiedlung bestand. Dieser Vicus von Schlögen diente wahrscheinlich als Straßenstation, sowie als Lande- und Umladeplatz für Schiffe.

Steyr

„High-Tech und Romantik am Zusammenfluss von Enns und Steyr“

Die über 1.000-jährige Stadt Steyr, am malerischen Zusammenfluss von Enns und Steyr gelegen, ist ein wahres Architekturjuwel. Am historischen Stadtplatz reihen sich Bürgerhäuser aus verschiedenen Stilepochen harmonisch aneinander. Eine abendliche Führung durch Steyr endet im Schloss Lamberg mit Überraschungen.

In Steyr beziehen wir außerdem unser Quartier im ****Hotel in der Innstadt von Steyr.


2. Tag, Sonntag, 05. Juli 2020

Museum Lauriacum/ Enns

„Handels- und Militärzentrum am norischen Donaulimes“

Lauriacum/ Enns war einer der größten und wichtigsten Handels- und Militärstützpunkte an der Nordgrenze des Römischen Reichs. Seine Bedeutung erlangte es durch die legio II Italica. Diese errichtete hier gegen Ende des 2. Jahrhundert n. Chr. das einzige Legionslager in der römischen Provinz Noricum. Zur Blütezeit lebten in Lauriacum ca. 25.000 Menschen – eine bunte Mischung aus Römern, Einheimischen und Zuwanderern aus allen Teilen des Reichs.

Basilika St. Laurenz/ Enns 

„Auf römischen Fundamenten“

Um das Jahr 500 entstand auf römischen Mauern eine frühchristliche Kirche, die offensichtlich dem Gedenken der Märtyrerinnen und Märtyrer von Lorch gewidmet war. Im gotischen Hochaltar wurde eine römische Steinkiste mit Knochen von mindestens 31 Personen. Es handelt sich dabei mutmaßlich um die Gebeine der Gefährtinnen und Gefährten des hl. Florian, der am 4. Mai 304 in Lauriacum wegen seines christlichen Glaubens mit einem Stein um den Hals in die Enns gestürzt wurde.

Die älteste Stadt Österreichs

„Grundlage für die Entwicklung zum heutigen Österreich“

Ein Stadtrundgang zeigt nicht nur den berühmten Turm vom Ennser Stadtplatz, vielmehr wird die für Österreich wichtige Geschichte nach den Römer bis heute von profunden Stadtführern gezeigt.

Danach Rückfahrt mit Pause nach Salzburg (Hallein).


*Änderungen vorbehalten


© Andreas Deusch 2019