Sachsen-Anhalt                                

Gernrode3

Romanik und Gotik in Sachsen-Anhalt

Das heutige Bundesland Sachsen-Anhalt entstand nach Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Verschmelzung mehrerer Städte und ehemaliger anhaltinischer Fürstentümer. Nach Jahrzehnten der Vergessenheit während des DDR-Regimes und wirtschaftlicher Probleme nach der Wiedervereinigung erlebt Sachsen-Anhalt eine bemerkenswerte Wiedergeburt. Abgesehen von einer wirtschaftlichen Wiederbelebung strahlen vor allem die vielen kulturellen Schmuckstücke heller als je zuvor: der einzigartige Reichtum gut erhaltener oder behutsam restaurierter Städte jenseits der ausgetretenen touristischen Pfade ebenso wie großartige Klosterkirchen und Kathedralen mit ihren Sammlungen mittelalterlicher Skulptur, exquisiter Goldschmiedearbeiten und textiler Schätzen. Die Region erstreckt sich von den dichtbewaldeten, sagenumwobenen Hängen des Harzes im Südwesten bis zu den sandigen Ebenen um Magdeburg im Nordosten. Dieses sächsisch-ottonische Kronland erlangte im Jahr 919 überregionale Berühmtheit als der sächsische Herzog Heinrich der Vogler in Quedlinburg zum König erhoben wurde und ein Jahrhundert ottonischer Herrschaft über das später Heiliges Römisches Reich genannte Territorium einläutete. Den Auftakt der beeindruckenden ottonischen Kunstblüte macht 961 die Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode, gefolgt von dem durch Lombarden erbauten „Dom“ St. Servatius in Quedlinburg bis hin zu den Domen von Magdeburg und Naumburg, den Marksteinen früher französisch-gotischer Architektur im Norden Deutschlands.


PROGRAMM:*

1. Tag, Mittwoch, 19. Juni 2019

Anreise mit Pausen: Abfahrt - Einstiegsstellen: 06.45 Hallein Pernerinsel - Parkplatz beim Kreisverkehr/ 07.00 P + R Salzburg Süd/ 07.15 Stadion Klessheim/ 07.25 Burgerking Piding/ 07.50 Schweinbach Landkaufhaus Mayer, weitere Einstiegsstellen auf der Strecke über München und Regensburg möglich.

Busfahrt von Salzburg nach Naumburg. Nach einer Mittagspause besichtigen wir das UNESCO Weltkulturerbe „Naumburger Dom“ mit den einzigartigen Werken des Naumburger Meisters. Dieser anonyme Bildhauer hat mit seinen Blattkapitellen, den Passionsszenen am Lettner und den Stifterfiguren im Chor Inkunabeln frühgotischer Skulptur in Deutschland hinterlassen. Danach Weiterfahrt nach Quedlinburg und beziehen unserer Zimmer in unserem ****Hotel in Fachwerkhäusern in der Innenstadt von Quedlinburg.


2. Tag, Donnerstag, 20. Juni 2019

Ein Tag zu Fuss in Quedlinburg (UNESCO Welterbe). Mit seinen rund 2.000 Fachwerkhäusern aus acht Jahrhunderten ist Quedlinburg eine von Deutschlands besterhaltenen mittelalterlichen Städten. Die romanische Stiftskirche St. Servatius mit ihrer exquisiten Bauskulptur und einer der großen ottonischen Krypta bietet darüber hinaus auch eine spektakuläre Schatzkammer mit mittelalterlichen Elfenbein- und Goldschmiedearbeiten. Die Besichtigung der Kirche St. Wiperti mit ihrer Krypta (10. Jhdt.) ist abhängig vom Fortschritt einer zurzeit durchgeführten Sanierung. Den Nachmittag verbringen wir mit dem Studium der außergewöhnlich gut erhaltenen Fachwerkbauten auf einem Rundgang durch dieses beschauliche Harz-Städtchen.


3. Tag, Freitag, 21. Juni 2019

Busfahrt von Quedlinburg nach Halberstadt. Das Bistum Halberstadt wurde im 9. Jhdt. als sächsisches Missionszentrum gegründet, ein erster Dom konnte bereits 859 geweiht werden. Der heutige Halberstädter Dom St. Stephanus und Sixtus ist mit seiner ungewöhnlich vollständig erhaltenen mittelalterlichen Ausstattung ein hervorragendes Beispiel frühgotischer Kirchenbaukunst in Deutschland. Besonders spektakulär ist die benachbarte Domschatzkammer mit äußerst seltenen romanischen Wandteppichen  (12. Jhdt.), byzantinischen Arbeiten aus Konstantinopel und einer einzigartigen Sammlung liturgischer Gewänder des Mittelalters. Der Domschatz gilt als einer der wertvollsten und reichhaltigsten in Deutschland. Die benachbarte, romanische Liebfrauenkirche beherbergt eine der wenigen erhaltenen Chorschranken aus farbig gefasstem Stuck.


4. Tag, Samstag, 22. Juni 2019

Von Quedlinburg nach Magdeburg. Bistum und Dom gehen auf eine Gründung Kaiser Ottos des Großen im Jahr 968 zurück. Der heutige Dom St. Mauritius und Katharina entstand ab 1207 über seinem ottonischen Vorgängerbau und ist der erste gotische Dombau Deutschlands. Seinen Ruhm verdankt er der überragenden skulpturalen Ausstattung der Frühgotik. Das neue Dommuseum Ottonianum zeigt ab 2019 die archäologische Funde aus dem Dom und seiner Umgebung, die Kaiser Otto I. und seine Königin Editha lebendig werden lassen. Auf dem Weg zurück nach Quedlinburg machen wir Halt in Gernrode. Die Siftskirche St. Cyriakus, 961 erstmals erwähnt, ist eine der bedeutendsten ottonischen Kirchen Deutschlands, die in wesentlichen Teilen durch die byzantinische Prinzessin und deutsche Kaiserin Theophanu errichtet wurde.


5. Tag, Sonntag, 23. Juni 2019

Auf der Heimfahrt von Quedlinburg nach Merseburg. Der Merseburger Dom entstammt in seiner heutigen Gestalt dem Spätmittelalter um 1500. Er beherbergt mit dem Bronze-Grabmal Rudolfs von Schwaben, einem Gegenkönig des 11. Jahrhunderts, die erste figürliche Grabplatte Mitteleuropas. Mit den „Merseburger Zaubersprüchen“ hat sich ein spannendes Dokument aus heidnisch-germanischer Zeit im Domschatz erhalten. Nach einem Mittagessen Fortsetzung der Heimreise mit Pausen nach Salzburg bzw. Hallein.


© Andreas Deusch 2018