Istrien

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Istrien, in der östlichen Adria gelegene Halbinsel, ist von der Natur mit allen Vorzügen ausgestattet, bewaldete Berge, weite, fruchtbare Ebenen, eine vielgestaltige, beeindruckende Küste und davor, im kristallklaren Wasser viele grüne Inseln und verträumte Inselchen.

Istrien, die "strahlende Perle der Adria" (Casanova), wird nach langen Kriegsjahren gerade als Urlaubsparadies wiederentdeckt. Schon die Neandertaler lebten hier vor etwa 50.000 Jahren und genossen den natürlichen Reichtum der engen Verbindung von Land und Meer, der nicht nur den Augen, sondern auch dem Magen ein Wohlgefallen ist. Seither ständig besiedelt, waren hier u.a. die Histrier, die Griechen, die Kelten, die Liburner, die Römer, die Langobarden, die Franken, die Slawen, die Awaren, die Kroaten, die Byzantiner, die Venezianer, die Frankopanen, die Habsburger, die Ungarn und die Franzosen. Sie alle haben hier ihre Spuren hinterlassen, in der Landschaft, in den Höhlen, in der Anlage von Städten und Dörfern mit ihren Kirchen, Burgen und Palästen, in den Gebräuchen und in der Küche. Heute ist Istrien ein Teil Kroatiens, das Mitglied der EU ist. (Allerdings noch mit eigener Währung, dem Kuna, den Sie allerdings nicht in Österreich eintauschen sollten, sondern einfach in Istrien mit der Bankomatkarte aus dem Automaten holen sollten, das ist wesentlich günstiger.)

Unsere kleine Rundreise führt zu den Highlights Istriens und vermittelt einen ersten Eindruck des reichen kulturellen und religiösen Erbes dieser lebendigen und jungen Region Europas. Aber auch die pulsierende Moderne und die exquisite Küche stehen auf dem Programm.


PROGRAMM:*

1. Tag, Mittwoch, 07. Oktober 2020

Anreise mit Pausen nach Rijeka: Abfahrt - Einstiegsstellen: 06.00 Stadion Klessheim/ 06.15 P + R Salzburg Süd/ 06.30 Hallein Pernerinsel - Großer Parkplatz beim Kreisverkehr, Weitere Einstiegsstellen auf der Strecke z.B. bei der Raststation Eben im Pongau in Absprache möglich.

In Rijeka angekommen beziehen der Zimmer im sehr gut bewerteten ***Schiffshotel im Hafen von Rijeka, in dem wir bereits im Herbst 2015 übernachtet haben. Das Schiff wurde im Jahr 2013 zum Hotel umgebaut und liegt geschützt im Hafen von Rijeka, es verfügt über eine Bar am Oberdeck sowie ein eigenes Restaurant. Die Altstadt von Rijeka ist vom Schiff aus in 3 Minuten erreichbar.

Rundgang in der Altstadt von Rijeka (Kulturhauptstadt 2020): Gegründet von den Römern, erlangt Rijeka seine Bedeutung 1719 als Freihafen unter Kaiser Karl VI.. Viele der repräsentativen Bauten Rijekas sind von österreichischen Architekten erbaut, weshalb sie recht vertraut wirken. Wir werden die Kathedrale, die Kapuzinerkirche, die Kirche Mariä Himmelfahrt, das alte Rathaus, mehrere Palais, den Justizpalast und den Markt besichtigen, durch kleine Gassen schlendern und zwischendurch auf dem Korzo, der Haupteinkaufs- und Flanierstraße eine Kaffeepause machen.


2. Tag, Donnerstag, 08. Oktober 2020

Rundfahrt an der Ostküste der Kvarner Bucht und auf der Insel Krk: Crikvenica, eine römische Gründung, ist einer der ältesten Kurorte Istriens. Erzherzog Joseph, der Bruder von Kaiser Franz Joseph I., war 1888 zum ersten Mal hier zur Kur, worauf sich der Ort zum Geheimtipp des österreichischen Adels entwickelte. Selce liegt gerade mal drei Kilometer weiter südlich und entwickelte sich ebenfalls Ende des 19. Jahrhundert zum k.u.k. Kurort, kleiner und weniger turbulent. Novi Vinodolski ist ein ehemaliger Weinhafen und erlangte 1288 überregionale Bedeutung, als hier das "Gesetz von Vinodol" in glagolithischer Schrift niedergeschrieben wurde, das älteste Gesetz in slawischer Sprache, das bis 1850 in Kraft war. Es behandelt die Rechte der Bürger gegenüber dem Feudalherrn. Über Senj thront die mächtige Burg der Uskoken, die jahrhundertelang als uneinnehmbar galt.           Die Insel Krk ist mit dem Festland durch eine weitgeschwungene, über 500 Meter lange Brücke verbunden. Zuerst wohl um 1.000 v. Chr. von den Liburnern besiedelt, wurde sie zu einem wichtigen Stützpunkt der Römer, hier wurde 49 v. Chr. die Seeschlacht zwischen Cäsar und Pompeius ausgetragen. Im 6. Jahrhundert ließen sich die Kroaten hier nieder, Krk wurde durch den Weinhandel reich, bis die Venezianer sie bis zur Armut ausbeuteten. Erst die Habsburger brachten wieder einen Aufschwung; heute lebt Krk hauptsächlich vom Tourismus. In Omišalj im grünen Norden steht die romanische Kirche Sveta Marija aus dem 13. Jahrhundert, sowie ein Freiluftlapidarium, das an die römische Gründung erinnert. In der von den Römern gegründeten Stadt Krk erinnern die Festungsmauern mit dem Stadttor Mala Vrata an die frankopanische Zeit. Neben dem Kastell aus dem 12. Jahrhundert und der Marienkathedrale ist besonders die kleine zweigeschossige romanische Kirche Sveti Kvirina aus dem 10./11. Jahrhundert interessant (heute Diözesanmuseum). Etwas außerhalb von Krk liegt die winzige Kirche Sveti Dunat, ein archaisches Kleinod aus dem 9. Jahrhundert. In Jurandvor im Süden der Insel wurde in der Kirche Sveta Lucia die berühmte Tafel von Baška aus dem Beginn des 12. Jahrhunderts gefunden, die die Schenkung der Kirche durch den kroatischen König Zvonimir in glagolithischer Schrift zum Inhalt hat. Sie wird der "Taufschein Kroatiens" genannt. Vrbnik liegt dicht gedrängt auf einer 50 Meter hohen Klippe am Ostufer von Krk. Der pittoreske Ort aus dem 14. Jahrhundert war eine glagolithische Hochburg und ist berühmt für seine Sammlung glagolithischer Handschriften und für seinen Wein.


3. Tag, Freitag, 09. Oktober 2020

Rundtour Ost- und Südküste: Von Rijeka aus geht die Fahrt auf der Küstenpromenade durch Opatija, dem mondänen Badeort des europäischen Adels im 19. Jahrhundert mit seinen repräsentativen klassizistischen und historistischen Villen, umgeben von subtropischer Vegetation, nach Lovran mit seinen neoklassizistischen Grandhotels aus der k.u.k. Zeit und seiner reizenden mittelalterlichen Altstadt. Weiter auf der Küstenstraße nach Labin, ein mittelalterliches Städtchen hoch über der Adria, das eine lange und bewegte Geschichte hat. Bei einem kurzen Rundgang besichtigen wir das Zentrum, die Kirche Sveta Marija und bewundern die Aussicht auf die Kvarner Bucht. Von Labin nach Pula geht es über die hügelige und fruchtbare Landschaft Istriens. Das quirlige Pula ist vor allem wegen des guterhaltenen riesigen römischen Amphitheaters bekannt, ist aber wesentlich älter, schon 1.000 v. Chr. hatten die Histrier hier eine Burg. Wir werden neben der Stadt eine ganze Reihe hervorragend erhaltener römischer Spuren besichtigen. In Pula gibt es viele gute Restaurants, wir werden hier Mittagspause machen. Am Nachmittag besuchen wir Vodnjan mit seinen Kažuni, kleine steinerne Rundhäuschen zum Schutz vor Unwettern, sowie die Barockkirche Sveti Blaž. Weiter geht es nach Bale, das einen beeindruckenden, vollständig erhaltenen mittelalterlichen Kern hat. Auf der Rückfahrt nach Rijeka besuchen wir noch das sagenumwobene, seit 1631 aus ungeklärten Gründen verlassene Dvigrad, das all die Sagen, die es darüber gibt, geradezu herausfordert.


4. Tag, Samstag, 10. Oktober 2020

Rundtour Landesinneres: Hum ist "die kleinste Stadt der Welt" (20 Einwohner) und ist (zu Recht) mächtig stolz darauf. Roc ist heute ein verschlafenes Dorf, war aber bis ins 20. Jahrhundert ein bedeutendes glagolithisches Zentrum mit mehreren Kirchen und teilweise erhaltener Befestigung mit Wehrtürmen. Für die Venezianer war Buzet eine wichtige Festung gegen die Osmanen.          Aus dieser Zeit ist die verwinkelte Altstadt erhalten, von der Stadtmauer hat man einen guten Blick auf die umgebenden Gebirge.          In Oprtalj ist die mittelalterliche Stadtmauer noch ganz erhalten, ebenso der alte Stadtkern mit seinen Durchgängen und kleinen Plätzen. Hübsch und beschaulich. Die von den Venezianern befestigte Stadt Motovun ist ein Besuchermagnet, mit herrlichem Blick auf die darunterliegenden Weingärten und Olivenhaine. Stadtloggia, Stadtturm und die Andrea Palladio zugeschriebene Kirche Sveti Stjepan (17.Jhdt.) lohnen den Besuch. Grožnjan war verlassen und dem Verfall preisgegeben, bis Künstler begannen, sie wieder zu restaurieren. Heute ist es ein lebendiges Dorf mit unterschiedlich gelungenen Wiederherstellungen und vielen Galerien. Buje, der "Wächter Istriens", verdankt seinen Namen seiner Lage auf einem Felsgrat mit Rundumpanoramablick. In der barocken Pfarrkirche sind Säulen und Grabstelen aus der Römerzeit integriert. Das mittelalterliche Städtchen birgt noch mehrere Kirchen mit bemerkenswerten Kunstschätzen. Das viertausend Jahre alte Poreč liegt auf einer Halbinsel in der Adria. Bis heute hat sich seine römische Stadtstruktur mit Decumanus und Cardo erhalten. Neben der historischen Altstadt ist es aber besonders der Komplex der Euphrasius Basilika (UNESCO-Weltkulturerbe), der ein absolutes Muss ist. 543 bis 554 ließ Bischof Euphrasius auf den Grundmauern eines Oratoriums aus dem dritten Jahrhundert diese Basilika erbauen. Dazu gehören auch ein Baptisterium des          5. Jahrhunderts, ein Glockenturm mit phantastischer Aussicht, Sakristei, Gedenkkapelle aus dem 6. Jahrhundert, das Maurus Oratorium aus dem 3. und 4. Jahrhundert sowie der Bischofspalast. Die unglaublich reiche Ausstattung durch Künstler aus Ravenna, die Goldmosaiken sowie die vorbildliche Präsentation der archäologischen Befunde machen den Besuch zu einem Erlebnis. Beram ist nur ein kleiner Ort, aber im nahegelegenen Friedhof steht eine Kapelle, die wirklich einzigartig ist.               1474 entstanden, ist der Freskenzyklus mit 46 Bildfeldern ein Traum. Derartige Dramatik und Expressivität bei gleichzeitiger naturalistischer Detailfreude ist für das 15. Jahrhundert sensationell. Ein absolutes Highlight. Pazin ist durch seine Lage an der Pazinčica oder Fojba Schlucht in die Literatur eingegangen. Dante, der während seiner Verbannung auch in Pazin war, war von der Schlucht so beeindruckt, dass sie als furchteinflößender Vorhof der Hölle in die "Göttliche Komödie" einging. Jules Verne nahm die Schlucht zum Anlass, in seinem Roman "Matthias Sandorf" die Hauptfigur aus den Kerkern der Burg flüchten zu lassen, in den Fluss zu stürzen um unterirdisch bis zum Limski Kanal zu schwimmen, wo er wieder ans Tageslicht kam. Was Verne nicht wissen konnte: der Fluss Fojba fließt als Karstfluss tatsächlich in den Limski Kanal. Wir werden die Kirche und das Kastell besichtigen.


5. Tag, Sonntag, 11. Oktober 2020

Nach dem Frühstück Abfahrt nach Rovinj. Rovinj ist ein weiteres Highlight dieser Exkursion. Wie ein vielfarbiges Wasserschloss auf einer eiförmigen Halbinsel gelegen, ist Rovinj malerische Romantik pur. Besonders sehenswert ist die barocke Kirche Sveta Euphemia. Mittagspause in Rovinj in einem der vielen Restaurants in der Altstadt, anschließend Rückfahrt mit Pausen nach Salzburg.


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© Andreas Deusch 2020